Energienotstand aufgehoben

Slowakei verzichtet auf Wiederbetrieb von umstrittenem AKW

Nach der Beilegung des russisch-ukrainischen Gasstreits werde die Slowakei auf den Wiederbetrieb eines umstrittenen Atomreaktors verzichten. Der wegen des wochenlangen Ausbleibens russischer Gaslieferungen ausgerufene Energienotstand sei am Freitag aufgehoben worden, sagte der slowakische Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Bratislava (AFP/sm) - Die Gründe für das Vorhaben, den erst am 31. Dezember 2008 stillgelegten zweiten Reaktor des Atomkraftwerks in Jaslovske Bohunice wieder anzufahren, bestünden nicht mehr. Das Nachbarland Österreich und die übrigen EU-Staaten hatten die Pläne zum Wiederbetrieb des Kraftwerks kritisiert.

Die Slowakei, seit 2004 EU-Mitglied, musste der Stilllegung des Atomkraftwerks im Zuge der Beitrittsverhandlungen zur Union zustimmen. Der erste Reaktor sowjetischer Bauart war bereits Ende 2006 vom Netz gegangen.

Das bulgarische Parlament entschied am Freitag, bei der Europäischen Union die Inbetriebnahme zweier 2006 abgeschalteter Reaktoren des Atomkraftwerks Kosloduj zu beantragen. 140 Abgeordnete stimmten in Sofia für den Antrag, 48 dagegen, 23 Parlamentarier enthielten sich. Angesichts der internationalen Wirtschaftskrise und der jüngsten Energiekrise sollten die EU-Behörden ihre Auflagen für eine Abschaltung der Reaktoren noch einmal überdenken, hieß es in der Entschließung.

Als Voraussetzung für Bulgariens EU-Beitritt im Januar 2007 waren zwei Reaktoren von Kosloduj Ende 2006 wegen Sicherheitsbedenken stillgelegt worden. Das Beitrittsabkommen enthält allerdings eine Klausel, wonach die Abschaltung der Reaktoren im Fall "dauerhafter Schwierigkeiten" im Energiesektor noch einmal überprüft werden kann. Bulgarien hatte der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine besonders hart getroffen, da es 92 Prozent seines Gases aus Russland bezieht.

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