Gasstreit

Slowakei und Bulgarien wollen AKWs wieder anschalten

Die Abhängigkeit der osteuropäischen Staaten Slowakei und Bulgarien vom russischen Erdgas und die Lieferprobleme der letzten Wochen haben dazu geführt, dass beide Staaten laut darüber nachdenken, AKW-Blöcke die sie beim EU-Beitritt stillgelegt haben, wieder anzuschalten um die Energieversorgung zu sichern.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Prag/Sofia (AFP/sm) - Im Zusammenhang mit dem ukrainisch-russischen Gasstreit wollen die osteuropäischen Länder Slowakei und Bulgarien möglicherweise ihre Atomreaktoren wieder in Betrieb nehmen.

Gerade die Slowakei hatte besonders stark unter den Ausfällen der russischen Gaslieferungen über die Ukraine gelitten. Daher beschloss die Regierung Anfang Januar, den erst am 31. Dezember stillgelegten zweiten Reaktor des Atomkraftwerks in Jaslovske Bohunice trotz EU-Verbot wieder anzufahren. Das benachbarte Österreich und weitere EU-Länder hatten die Pläne zum Wiederbetrieb des Reaktors sowjetischer Bauart kritisiert. eine endgültige Entscheidung wird in dieser Woche erwartet.

Auch das Nachbarland Bulgarien kündigte an, die technischen Vorbereitungen für die Inbetriebnahme des Reaktors im Akw Koslodui zu starten, "wenn diese Situation mit der Gaskrise eine unbestimmte Zeit lang andauert", erklärte der bulgarische Ministerpräsident Sergej Stanischew. Die Vorbereitungen würden allerdings mindestens 45 Tage in Anspruch nehmen und seien nur mit Einverständnis der EU-Kommission möglich. Bulgarien könne seine Partner nicht vor vollendete Tatsachen stellen, hob Stanischew hervor.

Der Reaktor war Ende 2006 zusammen mit einem zweiten wegen Sicherheitsbedenken der EU stillgelegt worden, bereits 2003 waren zwei Reaktoren in Koslodui vom Netz gegangen. Zwei weitere Reaktoren mit einer Kapazität von je 1000 Megawatt sind noch in Betrieb. Bulgarien bezieht 92 Prozent seines Erdgases aus Russland.

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