Kohlekraftwerk Staudinger

Siemens und E.ON bauen Pilotanlage zur CO2-Abscheidung

Eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung errichten Siemens und E.ON Kraftwerke am Block 5 des Kohlekraftwerk Staudinger bei Hanau. Die Anlage soll im Sommer 2009 in Betrieb gehen und bis 2010 betrieben werden, teilten die beiden Unternehmen heute mit.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Erlangen / Hannover (sm) - Bei dem CO2-Abscheidungsverfahren werde das Kohlendioxid nach der Verbrennung durch spezielle Reinigungssubstanzen aus dem Rauchgas eines Kraftwerks entfernt, bevor es in die Atmosphäre gelangen. Die Technologie zeichnet sich laut Siemens durch einen niedrigen Energieverbrauch und nur geringen Verlust bei der eingesetzten Reinigungssubstanz aus.

Das bislang nur im Labor erprobte Verfahren wird nach Unternehmensangaben in Großkrotzenburg zum ersten Mal unter realen Kraftwerksbedingungen eingesetzt.

Während der Testphase soll das Verfahren hinsichtlich seines Energiebedarfes weiter optimiert werden. Die Ergebnisse aus der Pilotanlage sollen die Basis für große Demonstrationsanlagen bilden, die ab Mitte des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnehmen sollen.

Die fünf Kraftwerksblöcke von Staudinger haben eine Gesamtleistung von 2000 Megawatt. Sie erzeugen etwa 5000 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Block 5 liefert nach Angaben des Betreibers E.ON den größten Teil der Produktion. Der Kohleverbrauch liegt bei durchschnittlich zwei Millionen Tonnen im Jahr. Die Pläne von E.ON zur Erweiterung um einen sechsten Block sind heftig umstritten.

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