Minderheitsbeteiligung

Siemens steigt bei französischem Atomkonzern Areva aus

Der Siemens-Konzern steigt bei dem französischen Atomkonzern Areva aus. Der deutsche Technologiekonzern begründete den Schritt mit "fehlenden unternehmerischen Einflussmöglichkeiten" in dem Joint Venture. Allerdings wolle man sich weiterhin im Kernkraftgeschäft engagieren, hieß es.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Die Gesellschaftervereinbarung mit der Areva-Kernkraftwerksparte Areva NP werde spätestens mit Wirkung zum 30. Januar 2012 gekündigt, teilte Siemens am Montagabend in München mit. Das Kartellamt müsse der Transaktion noch zustimmen.

Siemens ist mit 34 Prozent an Areva NP beteiligt. Die Rolle als Minderheitsaktionär schränke den unternehmerischen Handlungsspielraum jedoch sehr stark ein, erklärte der Konzern. Der Mehrheitseigner Areva, der die übrigen 66 Prozent der Anteile hält, werde die Siemens-Anteile gemäß der Gesellschaftervereinbarung innerhalb von drei Jahren übernehmen.

Siemens-Chef Peter Löscher betonte zugleich, der Konzern werde alle Optionen prüfen, um sich weiter im Kernkraftwerksgeschäft zu engagieren. "Angesichts des Klimawandels und des weltweit weiter steigenden Energiebedarfs ist die Kernkraft für uns als Teil eines ausgewogenen Energiemixes essenziell", sagte Löscher. Der Kernenergie komme wachsende Bedeutung zu. Bis zum Jahr 2030 werde weltweit der Neubau von etwa 400 Kernkraftwerken prognostiziert.

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