Standpunkt

Siemens sieht eine Renaissance der Kernkraft

Der Münchner Technologiekonzern Siemens setzt verstärkt auf Geschäfte mit der Umwelttechnologie, sieht aber auch eine Renaissance der Kernkraft. Sie sei "Bestandteil zeitgemäßer Stromerzeugung", sagte Siemens-Chef Peter Löscher. Weiterhin plane Siemens, Stromtankstellen zu liefern.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp/red) - "Insgesamt wollen wir den Umsatz mit energieeffizienten Produkten bis 2011 auf 25 Milliarden Euro steigern", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher dem in München erscheinenden "vbw Unternehmermagazin". Bereits heute setze Siemens jährlich 23 Milliarden Euro in diesem Bereich um, und es gebe "kein Unternehmen auf der Welt, das mehr Umsatz mit Umwelttechnik macht als wir".

Der Siemens-Chef zeigte sich in überzeugt, dass Umwelttechnik "die Leitindustrie des 21. Jahrhunderts" werde. "Alleine durch den Einsatz der bereits vorhandenen Siemens-Lösungen" ließen sich bereits heute "40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen einsparen", sagte Löscher. Siemens werde etwa für die aufstrebende Elektromobilität Stromtankstellen liefern oder diese an Kraftwerke anbinden. "All das wird in dem Bereich für uns zu massivem Wachstum führen."

In Bezug auf die Atomkraft sprach Löscher von einer wieder erstarkenden Technologie. "Siemens ist in diesem Markt präsent und möchte seine Position weiter ausbauen. Was wir derzeit in diesem Markt sehen, ist eine Renaissance." Kernkraft sei "Bestandteil zeitgemäßer Stromerzeugung", sagte Löscher. Siemens habe "seit jeher auf einen ausgewogenen Energie-Mix zwischen Kohle, Öl, Kernkraft und Erneuerbaren Energien gesetzt".

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