Rosatom

Siemens plant Atom-Kooperation mit Russland

Nach dem Ausstieg beim französischen Atomkonzern Areva prüft der Siemens-Konzern nun Möglichkeiten für eine Kooperation mit Russland im Atomsektor. Russland hat große Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Das Atom-Joint-Venture könne dann in Russland, Deutschland und Drittländern aktiv werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau/München (AFP/sm) - Sein Land sei bereit, gemeinsame Projekte von Siemens und dem russischen Rosatom zu realisieren und eine entsprechende Partnerschaft zu entwickeln, sagte Russlands Regierungschef Wladimir Putin am Dienstag bei einem Treffen mit dem Siemens-Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher.

Siemens erklärte am Dienstag, von Putin zu Gesprächen mit der staatlichen Rosatom eingeladen worden zu sein. Der Konzern freue sich über die Einladung und wolle seine Partnerschaften in Russland weiter vertiefen, erklärte Löscher demnach.

Siemens arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit den 90er Jahren mit Rosatom auf einigen Feldern zusammen. So seien unter anderem die Kernkraftwerke in Mochovce und Bohunice in der Slowakei mit Siemens-Technik ausgerüstet worden.

Ende Januar hatte Siemens den Joint-Venture-Vertrag mit dem französischen Atomergieunternehmen Areva gekündigt. Das Unternehmen begründete seinen Rückzug mit "fehlenden unternehmerischen Einflussmöglichkeiten" als Minderheitsaktionär in dem Gemeinschaftsunternehmen. Gleichzeitig kündigte Siemens jedoch an, sich weiterhin im Atomkraftwerksgeschäft engagieren zu wollen.

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