Vollwertige Partnerschaft

Siemens gründet Joint Venture für Kerntechnik

Der Münchner Technologiekonzern Siemens steigt wieder in das Nukleargeschäft ein und gründet zusammen mit dem staatlichen russischen Kernenergieunternehmen Rosatom ein Joint Venture im Bereich Kerntechnik. Dafür sei ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet worden, teilte das DAX-Unternehmen in Berlin mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Mit der Vereinbarung gehe Siemens einen wichtigen Schritt in Richtung einer engeren Zusammenarbeit mit Rosatom, sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher. "In einer vollwertigen Partnerschaft mit Siemens streben wir die weltweite Marktführerschaft im Kernenergiegeschäft an", betonte der Rosatom-Generaldirektor Sergey V. Kirienko.

Rosatom soll in dem Joint Venture nach Siemens-Angaben eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie halten. Die Details der Zusammenarbeit werden erst noch verhandelt. Kirienko zeigte sich zuversichtlich, rasch "weitere erfolgreiche Verhandlungsschritte" zu erreichen. Das Joint Venture soll die Entwicklung der russischen Druckwasserreaktor-Technologie weiter vorantreiben. Zudem soll es sich um das Marketing und den Vertrieb sowie den Bau neuer und die Modernisierung bereits bestehender Kernkraftwerke kümmern.

Siemens hatte erst vor wenigen Wochen den Ausstieg aus einem Joint Venture mit dem französischen Atomkonzern Areva verkündet. In diesem Gemeinschaftsunternehmen hatte Siemens nur eine Minderheitsposition. Beim bisherigen Partner stößt das neue deutsch-russische Atom-Bündnis denn auch auf Widerstand. Der französische Atomkonzern Areva warf Siemens wegen der geplanten Partnerschaft mit dem russischen Nuklearunternehmen Rosatom Vertragsbruch vor. Siemens unterliege einer Sperrklausel, die dem Unternehmen nach seinem Ausstieg aus der gemeinsamen Tochter Areva NP konkurrierende Aktivitäten untersage, erklärte Areva in einer in Paris verbreiteten Stellungnahme.

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