Technischer Meilenstein

Siemens baut neuartiges Meereskabel für Ökostrom

Der deutsche Technologiekonzern Siemens und der italienische Kabelhersteller Prysmian bauen gemeinsam eine wichtige neue Meeresstromleitung in Großbritannien. Nach Angaben der Unternehmen handele es sich um einen technischen Meilenstein, der strategische Bedeutung für die Umstellung auf Ökostrom habe.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

München/Mailand (AFP/red) - Der Auftragswert liege bei etwa 1,1 Milliarden Euro, teilten die in einem Konsortium zusammengeschlossenen Firmen am Donnerstag in München und Mailand mit. Die mehr als 400 Kilometer lange Hochspannungstrasse, die Schottland und England unterhalb der Irischen See verbinden wird, soll dem verlustarmen Transport von Ökostrom aus Windkraft in die britischen Verbrauchszentren dienen und 2015 in Betrieb gehen.

Wichtig für den Umstieg auf Ökostrom

Das Projekt mit dem Namen "Western HVDC Link" habe "strategische Bedeutung" für den Ausbau des britischen Übertragungsnetzes im Zuge des Umstiegs auf ein auf erneuerbare Energien gestütztes Energiesystem, teilte Prysmian mit. Die britische Regierung plant aus Gründen des Klima- und Ressourcenschutzes in diesem Bereich ähnlich ehrgeizige Schritte wie die deutsche. Bis zum Jahr 2020 sollen erneuerbare Energien in Großbritannien 15 Prozent des Gesamtverbrauchs decken. In Deutschland sind 18 Prozent geplant. Das schafft vergleichbare Probleme, etwa beim Umbau der Stromnetze zum Transport neuen Windstroms.

20 Prozent mehr Kapazität

Nach Angaben von Siemens ist das Projekt, das als übertragungsverlustarme Hochspannungsgleichstromvariante gebaut wird, ein technischer Meilenstein. Zum ersten Mal werde ein Gleichstrom-Meereskabel mit einer Spannung von 600.000 Volt realisert, teilte der Konzern mit. Das erhöhe die Kapazität gegenüber vergleichbaren Leitungen um 20 Prozent und reduziere die Übertragungsverluste um rund ein Drittel auf einen Gesamtwert von weniger als drei Prozent.

Quelle: AFP

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