Wüstenstromprojekt

Siemens baut Geschäft mit Sonnenenergie weiter aus

Siemens baut sein Geschäft mit Solarstrom aus. Der Konzern kauft für 418 Millionen Dollar (rund 284 Millionen Euro) das israelische Solarthermie-Unternehmen Solel Solar Systems. Mit der Übernahme wolle sich Siemens für das Wüstenstrom-Projekt Desertec wappnen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

München (afp/ddp/red) - Das teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Die Firma Solel mit rund 500 Mitarbeitern ist einer der beiden führenden Anbieter sogenannter Solar-Receiver.

Solar-Receiver sind Bestandteil von Parabolrinnen-Kraftwerken. Diese funktionieren nach dem Prinzip der Solarthermie. Sonnenenergie erhitzt dabei Wasser, das verdampft und eine Turbine antreibt. Die Turbinen-Bewegung wandelt ein Generator - wie etwa auch bei Kohlekraftwerken - in Strom um. Mit dem Zukauf bietet Siemens nach eigenen Angaben alle wesentlichen Komponenten für Solarthermie-Kraftwerke aus einer Hand.

Solarthermie eignet sich besonders in Regionen mit viel Sonnenschein. Siemens hofft auf Aufträge in den USA, Südafrika, Australien, Spanien, Indien, Nordafrika und dem Nahen Osten. Solarthermie spielt auch eine zentrale Rolle beim Projekt Desertec. Dabei wollen mehrere Konzerne, darunter auch Siemens, künftig Strom aus erneuerbaren Energien in Nordafrika erzeugen.

Seit 2006 ist Solel den Angaben zufolge auf dem spanischen Markt präsent und lieferte Komponenten für 15 solarthermische Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 750 Megawatt. Auch auf dem wichtigen US-Markt ist das Unternehmen aktiv. Beide Märkte gehören zu den Regionen mit dem größten Wachstumspotenzial für Solarenergie.

Nach Ansicht des Vorstandschefs der Siemens-Division Renewable Energy, René Umlauft, könnten bereits in sechs bis acht Jahren die ersten Desertec-Kraftwerke gebaut werden. Löscher gab nach der Solel-Übernahme das Ziel aus, weltweiter Marktführer in der Solarthermie zu werden. Dabei rechne er mit jährlichen Wachstumsraten von 20 Prozent bis 2020. Mit Blick auf das Wüstenstrom-Projekt sagte er: "Der führende Technologiepartner in diesem Apollo-Projekt des 21. Jahrhunderts werden wir sein".

Quelle: AFP

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