Verschlüsselt

Sicheres BlackBerry kommt gut an

Der kriselnde kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry macht gute Geschäfte mit deutschen Behörden. Diese kann der kriselnde Hersteller gut gebrauchen, denn im vergangenen Quartal hat er fast eine Milliarde Dollar Verlust gemacht.

BlackBerry

Berlin/Montréal (AFP/red) - 20 Behörden, darunter neun der 14 Ministerien, hätten bereits die Hochsicherheitsvariante des Blackberry-Modells Z10 bestellt, sagte der Chef des Düsseldorfer Sicherheitsspezialisten Secusmart, Hans-Christoph Quelle, der "Wirtschaftswoche" laut eine Vorabmeldung vom Samstag. Secusmart rüstet die Blackberry-Handys mit einer zusätzlichen Chipkarte aus, die Daten und Gespräche verschlüsselt.

Sicheres Handy für 2500 Euro

Die sicheren Blackberry-Geräte sind seit Juli erhältlich, sie kosten 2500 Euro pro Stück. "Wenige Tage nach der Zulassung gab es bereits 1200 Bestellungen", sagte Quelle. Konkurrent des Secusmart-Blackberry ist ein Gerät, das die Deutsche Telekom auf Basis des beliebten Samsung Galaxy S3 entwickelt hat. Das Simko 3 hatte kürzlich die Zulassung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erhalten.

Viel Nachfrage auch nach Simko 3

Ein Telekom-Sprecher konnte am Samstag auf Nachfrage keine Bestellzahlen nennen, er versicherte aber: "Die Nachfrage hat uns förmlich überrollt." Auch zahlreiche Unternehmen und ausländische Regierungen sind demnach an dem Gerät interessiert.

Fast eine Milliarde Verlust

Blackberry hat im vergangenen Quartal fast eine Milliarde Dollar Verlust gemacht. Das Minus betrug im zweiten Vierteljahr des Geschäftsjahrs 2013/2014 unter dem Strich 965 Millionen Dollar (etwa 715 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im ersten Quartal hatte Blackberry einen Verlust von 84 Millionen Dollar eingefahren.

Blackberry hatte den hohen Verlust bereits am vergangenen Freitag angekündigt und zugleich erklärt, weltweit 4500 Stellen abbauen zu wollen. Damit muss mehr als jeder dritte Angestellte gehen. Das Unternehmen soll nun verkauft werden: Am Montag verkündete der Konzern eine Absichtserklärung, der zufolge ein Investorenkonsortium Blackberry übernehmen und für einen grundlegenden Umbau von der Börse nehmen soll.

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