Einfluss auf Gaspreise

Senatorin will teilweise Rekommunalisierung der Gasag

Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) befürwortet eine teilweise Rekommunalisierung des 1998 privatisierten Gasversorgers Gasag. Bereiche der Daseinsvorsorge wie die Energieversorgung bedürften staatlicher Kontrolle, sagte Lompscher der "Berliner Zeitung".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/red) - Die staatliche Kontrolle könne "natürlich am besten ausgeübt werden, wenn man auch Unternehmensanteile hat. Deshalb glauben wir, dass Rekommunalisierung ein guter Weg ist, die Wahrnehmung staatlicher Aufgaben zu verbessern, vor allem unter dem Gesichtspunkt der sozialen Balance", sagte Lompscher. Als Verbraucherschutzsenatorin wäre es für sie von Vorteil, auf Gaspreise und Tarife Einfluss nehmen zu können.

Weil die Gasag zudem einen wichtigen Anteil auf dem Wärmemarkt und bei der Mobilität mit Gas habe, könne das Land als Anteilseigner sich frühzeitig an Strategien für den Klimaschutz beteiligen, sagte die Senatorin, die einen Referentenentwurf für ein Klimaschutzgesetz vorgelegt hat. Deshalb müsse ein Teilrückkauf der Gasag jetzt trotz der damit verbundenen Kosten ernsthaft geprüft werden: "Die Chance hat man nicht so häufig. Wir sollten einen Einstieg bei der Gasag intensiv und ergebnisoffen prüfen, trotz der Haushaltslage Berlins." Der Energiekonzern Vattenfall hatte Anfang dieser Woche angekündigt, seinen Anteil an der Gasag von 31,575 Prozent veräußern zu wollen.

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