Gaslieferverträge

Selbstverpflichtung: E.ON Ruhrgas will Verträge flexibler gestalten

E.ON Ruhrgas will ihren weiterverteilenden Kunden ab sofort eine flexible Gestaltung von langfristigen Gaslieferverträgen ermöglichen. Wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt, geht die Gasgesellschaft damit eine freiwillige Selbstverpflichtung ein und reagiert auf die Anordnung des Kartellamts.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Danach ist E.ON Ruhrgas bereit, neue Lieferverträge mit mehr als 80 prozentiger Absatzdeckung nur noch über zwei Jahre, mit 50 bis 80 prozentiger Absatzdeckung bis zu vier Jahren und nur bei bis zu 50 Prozent Absatzdeckung länger als vier Jahre abzuschließen. Damit orientiert sich das Unternehmen nach eigenen Angaben an den vom Bundeskartellamt aufgestellten Grundsätzen für Neuverträge.

E.ON Ruhrgas sei aber nicht bereit, die Forderung des Bundeskartellamtes zu akzeptieren, vom Wettbewerb um Restmengen ausgeschlossen zu werden. Diese Forderung des Bundeskartellamtes hätte beispielsweise zur Konsequenz, dass ein teurerer Lieferant Restmengen liefern kann, eine preisgünstigere E.ON Ruhrgas aber nicht. "E.ON Ruhrgas wird ihren Kunden auch für Restmengen wettbewerbsgerechte Lieferangebote machen", unterstrich Dr. Burckhard Bergmann, Vorsitzender des Vorstands der E.ON Ruhrgas AG.

Für bestehende Verträge biete E.ON Ruhrgas eine Übergangsregelung an, die den Vertrauensschutz angemessen berücksichtige. Bergmann betonte, dass die bestehenden Verträge die sichere Versorgung der Stadtwerke und ihrer Kunden gewährleisten. Obwohl E.ON Ruhrgas der Auffassung ist, dass die bestehenden Verträge Vertrauensschutz haben, sei das Unternehmen auch in diesem Bereich zu Änderungen bereit. Kunden sollen bei bestehenden Verträgen, die heute eine Absatzdeckung von über 50 Prozent haben, ab Herbst 2006 ein Sonderkündigungsrecht erhalten. Dieses sei so gestaltet, dass die Kunden unter Berücksichtigung des bereits heute bestehenden 20 prozentigen Sonderkündigungsrechts ihre Gasbezüge bei E.ON Ruhrgas dann auf 50 Prozent ihres Absatzes beschränken können. Zum 1. Oktober 2008 sollen die heute bestehenden Verträge enden. Die betreffenden Kunden der E.ON Ruhrgas könnten damit zum 1. Oktober 2008 ihre Gasbezüge neu disponieren.

"Wir sind davon überzeugt, mit dieser Lösung einerseits den Wettbewerb entscheidend voranzubringen und andererseits der Nachfrage nach langfristig gesicherten Erdgaslieferungen nachzukommen. Im Gegensatz zu den Vorstellungen des Kartellamts erhält unsere freiwillige Selbstverpflichtung den Kunden die Vertragsfreiheit", sagte Bergmann zu dem vorgestellten Angebot.

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