Gigantische Kosten

Schwindel: NRW streitet weiter um Windkraft

Die Fraktionen im Düsseldorfer Landtag haben sich heute in einer aktuellen Stunde mit der Windenergie und der aktuellen dena-Studie beschäftigt, die schon seit Tagen für Unruhe sorgt. Während die NRW-FDP der rot-grünen Landesregierung "gigantischen Schwindel" vorwarf, betonte Horstmann es gebe keine Alternative.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die FDP im Düsseldorfer Landtag macht weiter Front gegen den Bau von Windrädern in NRW. Eine aktuelle Studie belege, dass durch die Förderung der Windenergie in den kommenden Jahren "gigantische Kosten" auf die Bürger und die Unternehmen zukämen, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Liberalen, Gerhard Papke, am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde im Düsseldorfer Landtag. Schon heute würden sie mit jährlich drei Milliarden Euro belastet. Bei einem weiteren Ausbau der Windenergie würden es bis 2010 jährlich fünf Milliarden Euro sein.

Papke warf der rot-grünen Landesregierung zugleich einen "gigantischen Schwindel" vor. Sie suggeriere, dass die Windenergie ein Beitrag für eine sichere Energieversorgung des Landes sei. Richtig sei aber, dass durch die über 2000 Windräder im Land nur 1,5 Prozent des Strombedarfs gedeckt werde. Die Landesregierung müsse daher diesem "Irrsinn" ein Ende setzen.

Rot-Grün wies die Kritik zurück. Energieminister Axel Horstmann (SPD) betonte, für die Landesregierung gebe es "keine Alternative" zu einer Energiepolitik, die sowohl auf fossile als auch auf erneuerbare Energieträger setze. Zudem liege die von der FDP angeführte Studie der Deutschen Energie Agentur (dena) noch gar nicht vor. Es gebe daher keine Grundlage für eine "seriöse Auseinandersetzung" damit.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Reiner Priggen, hob hervor, dass die Windenergie immer noch der preiswerteste alternative Energieträger sei. Er warf der FDP zugleich vor, nur Kritik zu äußern und kein eigenes energiepolitisches Konzept zu haben. Hier gebe es nur "gähnende Leere". Auch die SPD kritisierte, die FDP sei "konzeptionslos".

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU, Christian Weisbrich, betonte, dass seine Fraktion nicht grundsätzlich gegen Windräder sei. Allerdings müsse deren Einsatz mit "Sinn und Verstand" und "kostenoptimal" geschehen. Dies sei derzeit nicht der Fall. Er forderte daher, das erwartete Gutachten vor einem weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland genau zu prüfen.

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