Nachtrag

Schwierigkeiten zwischen AVU und DSA noch nicht geklärt

Während DSA-Chef Schack gegenüber dem strom magazin erklärt, alle Rechnungen seien bezahlt worden, ist bei der Gevelsberger AVU noch immer kein Geld eingegangen. Deshalb hält der Regionalversorger an der Kündigung des Netznutzungsvertrages zum 1. Juni fest.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Vor zwei Tagen hatte das strom magazin darüber berichtet, dass der Hamburger Stromanbieter DSA Deutsche Strom AG unübersichtliche und nicht nachprüfbare Rechnungen für die Netznutzung nicht bezahlt (bitte lesen Sie hier). Aus diesem Grund hatte beispielsweise die Gevelsberger AVU die Netznutzung zum 1. Juni gekündigt.


"Wir wollten nicht den Eindruck erwecken, wir würden eigenmächtig Rechnungen kürzen oder verweigern. Der Brief an die Regionalversorger hatte einen reinen politischen Hintergrund", kommentierte DSA-Vorstandschef Jens Schack den Artikel in einem Telefongespräch mit dem strom magazin. An der teuren und bürokratischen Netznutzung kranke die gesamte Strommarktliberalisierung und darauf werde sein Unternehmen auch zukünftig weiter aufmerksam machen. "Wir werden jeden Einzelfall konkretisieren und dagegen zusammen mit anderen Anbietern gerichtlich vorgehen", kündigte Schack an. Allerdings sollten die Kunden unter dieser Vorgehensweise nicht leiden. "Deshalb haben wir bis zum heutigen Tag alle Rechnungen bezahlt. Auch die an die AVU", versicherte Schack. Um die Kunden nicht zu gefährden, sollen die Beiträge im Nachhinein gerichtlich zurückgefordert werden.


Die AVU in Gevelsberg hat allerdings bis heute keine Zahlungen von der DSA erhalten und wird deshalb an der Kündigung der Netzverträge zum 1. Juni festhalten. Mit diesen Worten beschrieb jedenfalls Jörg Prostka, AVU-Pressesprecher die aktuelle Situation. "Nach zwei Mahnungen und mehrfachen telefonischen Aufforderungen hat die DSA die offenen Rechnungen immer noch nicht beglichen." Aus diesem Grund wird sein Unternehmen die Netznutzungsentgelte nun von den Kunden einfordern. Da die DSA seit März nicht bezahlt hat, würden auch rückwirkend Kosten anfallen, so Prostka gegenüber dem strom magazin. Die Kunden müssen dann 18,43 Pfennig Netznutzungsentgelt pro Kilowattstunde und eine monatliche Messgebühr von 6,50 DM an die AVU zahlen, hinzu kommt der Strompreis an die DSA. "Das ist kein böser Wille von uns und sobald eine neue Einigung mit der DSA erzielt wird, werden wir die zu viel bezahlten Beträge selbstverständlich zurückerstatten", versicherte Prostka. Generell könne er die Probleme der DSA nicht nachvollziehen, mit den anderen Anbietern klappe die Zusammenarbeit einwandfrei. "Die Kooperation gehört zum Wettbewerb dazu und wir sind froh, dass es ihn gibt", zeigte sich der Pressesprecher von der Liberalisierung des Strommarktes überzeugt. Auch den Vorwurf, die Rechnungen seien unübersichtlich und nicht nachvollziehbar, wies er zurück: "Wir arbeiten mit der neusten Software und können alle Netznutzungsbestandteile aufschlüsseln, so dass eine Kontrolle bestens möglich ist."


Im Sinne der Kunden, die so doppelt für ihren Strom zahlen müssen, wird die DSA versuchen müssen, sich mit der AVU zu einigen. Eine getrennte Zahlung von Netznutzung und Strom ist für den Kunden nicht komfortabel und in der DSA-Angebotspalette auch nicht vorgesehen.

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