Dagegen!

Schweizer stimmen gegen Strommarktliberalisierung

Höhere Strompreise, mehr Stromausfälle und der Verlust von Arbeitsplätzen: Aus diesem Grund hatten die Gewerkschaften in der Schweiz eine Liberalisierung des Energiemarktes bisher abgelehnt. Am Sonntag war Volksabstimmung - und etwas mehr als die Hälfte der Schweizer entschieden sich gegen eine Liberalisierung des Energiemarktes.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

In der Schweiz wird es in absehbarer Zeit nicht zu einer Liberalisierung des Strommarktes kommen, denn am vergangenen Wochenende haben 52,6 Prozent der Schweizer in einem Bürgerentscheid dagegen gestimmt. Damit folgten die Bürger den Gewerkschaften, den Grünen und den linken Gruppierungen, die sich dagegen ausgesprochen hatten.

Das Elektrizitätsmarktgesetz (EMG), das auch die Förderung der erneuerbaren Energien, insbesondere der Wasserkraft, einschließt, war vom Parlament problemlos angenommen worden. Die Gegner wollten jedoch verhindern, dass sich die öffentliche Hand aus der Energieversorgung zurückziehe und riefen deshalb zur Ablehnung des Vorschlags auf. Der Gewerkschaftsbund befürchtete höhere Strompreise, mehr Stromausfälle und den Verlust von Arbeitsplätzen.

Die Schweizer Energiewirtschaft hingegen zeigte sich enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung. Eine Öffnung des Strommarktes sei notwendig, damit die Schweiz konkurrenzfähig bliebe, hieß es aus unternehmensnahen Kreisen. Auch die EU-Kommission wird vermutlich ihren Druck erhöhen, da eine Liberalisierung der Energiemärkte im EU-Recht festgeschrieben ist. Und schließlich hat in der Schweiz die Liberalisierung in Ausnahmefällen bereits begonnen, so dass das Votum des Volkes zu anhaltenden Unsicherheiten führt. Die Stromunternehmen haben jetzt immernoch die Möglichkeit, die Netze mittels einer freiwilligen Vereinbarung zu öffnen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • EnBW

    EnBW: Strompreise bleiben konstant

    Die Strompreise könnten wegen der teureren EEG-Umlage im kommenden Jahr bei einigen Stromanbietern angehoben werden. Abhängig ist das von dem jeweiligen Versorger. Stromanbieter EnBW hat angekündigt, die Preise konstant halten zu wollen.

  • Energiewirtschaft

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Hochspannungsmasten

    Experten: Strompreise werden deutlich klettern

    Zehn namhafte Wissenschaftler der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass der Strompreis in Deutschland in den kommenden Jahren steigen wird. Im Rahmen der Studie haben die beteiligten Wissenschaftler vier Zukunftsszenarien entworfen, wie sich der Strommarkt bis zum Jahr 2010 entwickeln wird.

  • Energieversorung

    7. Euroforum-Jahrestagung: "Die Zukunft der Energieversorgung"

    Marktergebnisse, Marktstrukturen und das Wettbewerbsverhalten der Energieversorgungsunternehmen thematisiert die 7. Euroforum-Jahrestagung "Die Zukunft der Energieversorgung" vom 3. bis 5. September 2002 in Stuttgart. U.a. werden Schlüsselaspekte und Erfolgsstrategien für die Energiewirtschaft vorgestellt.

  • Stromnetz Ausbau

    VBEW: Strom aus Sonne und Wind gibt es nicht zum Nulltarif

    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit einem festgelegten Preis pro Kilowattstunde. Im vergangenen Jahr sind so Subventionen in Höhe von 1100 Millionen Euro bundesweit geflossen. Dennoch fordert der VBEW, dass diese Förderung nicht über den Strompreis erfolgen dürfe.

Top