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Schwarzbuch 2014: Die größten Steuerverschwendungen

Steuergelder dienen dazu, den Staatshaushalt zu decken und das Gemeinwohl zu finanzieren - oder das Geld in Misswirtschaft und Fehlinvestitionen zu verschleudern, wie es der Bund der Steuerzahler (BdSt) vielleicht nennen würde.

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Steuergelder dienen dazu, den Staatshaushalt zu decken und das Gemeinwohl zu finanzieren - oder das Geld in Misswirtschaft und Fehlinvestitionen zu verschleudern, wie es der Bund der Steuerzahler (BdSt) vielleicht nennen würde. Mit dem Schwarzbuch 2014 veröffentlicht der BdST wieder einige Fälle, bei denen wahrscheinlich jeder Steuerzahler nur noch den Kopf schütteln kann. schwarzbuch.de präsentiert außerdem eine von Verbrauchern gewählte Top-Ten-Liste der Verschwendung. Nachfolgend die Zusammenfassung der Spitzenplätze:

Sitzkiesel in Berlin

Von vornherein wegen ihres Nutzens und der Optik umstritten waren die sogenannten Sitzkiesel in Berlin. Dabei handelt es sich um übergroße Steine, die laut Stadtplanungsbüro als "praktische, bespielbare und nutzbare Sitzmöbel" dienen sollten. Für Kritiker jedoch waren die übergroßen Kiesel von Beginn an vielmehr "graue, monströse und bombenförmige Betonklötze." Kostenpunkt pro Sitzkiesel im Schnitt: 25.445 Euro, die Gesamtausgaben liegen voraussichtlich bei 360.000 Euro. Kritiker stellen gerne die Frage, ob man statt der mittlerweile mit Graffiti besprühten Steine auch einige kostengünstigere Bänke in Berlin hätte errichten können.

Top 2 der Schwarzbuch-Fälle: Schöne Aussicht NRW

Im Kölner Landschaftspark Belvedere stehen vier Aussichtsplattformen, von denen aus man den Blick auf Felder und Bäume des Umlandes genießen und den Kölner Dom erahnen kann. Auch zuvor gab es dort einen Aussichtsturm, allerdings lässt der sich mit den Kosten der neuen Plattformen überhaupt nicht in Relation setzen. Mit dem „Freundeskreis zur Vollendung des Äußeren Grüngürtels" entstand das Konzept der vier Türme: "Der Domblick" (Höhe: 8,60 Meter), der für die stolze Summe von 90.000 Euro errichtet wurde, der "Ausblick" (5,80 Meter) für 62.000 Euro, der "Blickfang" (3 Meter) für 52.500 Euro sowie der "Felderblick", der mit einer Höhe von 80 Zentimetern mit 13.500 Euro zu Buche geschlagen hat. Fakt ist: Die Aussicht gab es zuvor schon kostenlos. Verbleibende Frage: Waren denn da die Aussichtsplattformen überhaupt nötig?

Verkehrsberuhigung ohne Wirkung

Platz drei der zehn größten Steuergeldverschwendungen findet sich ebenfalls in Berlin und zwar in der Quitzowstraße. Dort sollen Aufpflasterungen mit einer Länge von 4,60 Meter dazu führen, dass schnelle Fahrer etwas zur Ruhe kommen. Fehlgeschlagen: Der BdST hat selbst einen kleinen Testlauf durchgeführt, bei dem nur das bekannte Geräusch beim Fahren über Pflastersteine zu hören sein soll. Die sogenannten "Moabiter Kissen" in der Quitzowstraße haben insgesamt 68.900 Euro gekostet. Genauso sinnlos, aber immerhin günstiger, war ein ähnliches Unterfangen in der Lehrter Straße. Dort sind die Einlassungen in den Straßen noch sehr viel niedriger, um auch für den Busverkehr gut befahrbar zu bleiben. Die kosteten den Steuerzahler nur 12.600 Euro.

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