Ökologischer Umbau

Schröder und Steinmeier werben für Energiewende

Alt-Kanzler Gerhard Schröder und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier haben gemeinsam für einen ökologischen Umbau der Wirtschaft geworben. Schröder wies auf einer Veranstaltung darauf hin, dass es die rot-grüne Bundesregierung gewesen sei, die in Deutschland die notwendige Wende in der Energiepolitik eingeleitet habe.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Jetzt gehe es darum, stärker als bisher auch den Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Umstellung auf eine umweltverträgliche Energiepolitik zu helfen. Die Politik müsse den Ordnungsrahmen setzen, um den Umstieg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise voranzubringen, sagte Steinmeier auf der Konferenz "Green Recovery - eine neue Politik für Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit".

"Grünes Wachstum kommt nicht von allein. Die Politik darf sich dabei nicht wegducken", warb er für eine aktive Rolle des Staates. "Die Ökonomie kurzfristiger Maximalrenditen ist gescheitert", sagte der Bundesaußenminister zur Begründung. Er verwies auch auf enorme Exportchancen für die deutsche Wirtschaft in der Umwelttechnik: "Wir müssen zum Ausrüster der Welt für neue Produkte werden."

SPD-Politiker unterstützen Desertec-Projekt

Übereinstimmend sprachen sich Schröder und Steinmeier sowie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) für das Desertec-Projekt aus, das den großangelegten Bau von Solaranlagen in der Sahara vorsieht. "Mich hat der Mut fasziniert, der dahinter steckt", sagte Schröder. Gabriel forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich persönlich für das vergangene Woche von vorrangig deutschen Unternehmen vorgestellte Vorhaben einzusetzen.

Zugleich plädierten die drei SPD-Politiker erneut für ein Festhalten am Atomausstieg. Gegenstand der Konferenz war auch das am Wochenende bekannt gewordene Konzept Gabriels und Steinmeiers, durch einen ökologischen Umbau der deutschen Wirtschaft eine Million neue Jobs zu schaffen.

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