Gasversorgung

Schröder und Clement verteidigen Pipeline-Vertrag mit Russland

Der jüngste deutsch-russische Vertrag über eine neue Erdgaspipeline durch die Ostsee stößt auf heftige Kritik, besonders aus Polen. Dagegen betonten Bundeskanzler Schröder und Wirtschaftsminister Clement die energiepolitische Bedeutung des Projektes für Deutschland.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dortmund/Berlin (ddp/sm) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Entscheidung für den Abschluss eines Vertrags zum Bau einer Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland gegen internationale Kritik verteidigt. "Über Energiepolitik wird in Berlin entschieden und nirgendwo anders", sagte Schröder auf einer Wahlkampfkundgebung in Dortmund. Der Kanzler wandte sich ausdrücklich gegen Kritik des polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski an in der letzten Woche unterzeichneten Vertrag.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte in Berlin, die Ostsee-Pipeline sei für Europa und insbesondere für Deutschland "von größter energie- und industriepolitischer Bedeutung", da sie die Versorgungssicherheit erhöhe. Für Polen bedeute dies ebenfalls mehr Versorgungssicherheit, denn auch Polen erhalte über Deutschland zusätzliche Transportmöglichkeiten von Erdgas. In den baltischen Staaten engagiere sich die deutsche Gaswirtschaft durch Beteiligungen. Niemand werde also schlechter gestellt.

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