Boykott

Schon 50 000 Verbraucher verweigern Gaspreiserhöhung

Die Aufforderung von Verbraucherzentralen und Bund der Energieverbraucher, eine Erhöhung der Gaspreise mit Verweis auf Unbilligkeit zu verweigern, scheint offensichtlich bei vielen Verbrauchern vorallem in Norddeutschland angekommen zu sein. Bundesweite Schätzungen gehen von mehr als 50 000 Verweigerern aus.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (red) - Wie "Spiegel Online" und die "Welt" berichten, wehren sich vornehmlich in Norddeutschland immer mehr Verbraucher gegen die Erhöhung der Gaspreise durch die Energieversorger. Schätzungen der Verbraucherzentralen gehen offensichtlich von bundesweit mehr als 50 000 Verweigerern aus.

Wie "Spiegel Online" weiter schreibt, seien allein in Bremen knapp 35 000 Musterbriefe der Verbraucherzentrale gegen eine Gas-Preiserhöhung abgerufen worden. In Hamburg sollen etwa 40 000 Formschreiben ausgegeben worden sein, die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sprach von einer Nachfrage im fünfstelligen Bereich.

Wie das strom magazin bereits mehrfach berichtete, können betroffene Verbraucher laut Bund der Energieverbraucher und dem Jenaer Rechtsanwalt Thomas Fricke, Gaspreiserhöhungen mit dem Verweis auf Unbilligkeit nach Paragraph 315 BGB zurückweisen. Während der Verbraucher dadurch ein eher überschaubares Risiko eingeht, müsste der Energieversorger im Verlauf eines Prozesses seine Preiskalkulation offenlegen und die Preiserhöhungen begründen.

Gegenüber "Spiegel Online" bestätigte E.ON Hanse den Eingang von mehreren tausend Einsendungen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Bei der E.ON Westfalen-Weser AG sind Unternehmensangaben zufolge deutlich unter 3000 Boykottbriefe eingegangen.

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