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Schnappauf wirbt für Erdwärme

Zum Ausbau der Stromerzeugung aus Erdwärme will Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf noch in diesem Jahr eine entsprechende Übersichtskarte herausgeben und bei Bauherren und Planern für die Vorzüge der Erdwärme werben. Gute Bedingungen gäbe es fast überall im Freistaat, sagte er.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Reichertshausen (ddp-bay/sm) - Bayern will bei der Energiegewinnung künftig verstärkt auf die klimafreundliche Erdwärme setzen. "Erdwärme nützen heißt Klima schützen", sagte Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) bei der Inbetriebnahme einer Geothermie-Anlage im oberbayerischen Reichertshausen.

Würden wie in Reichertshausen anstelle von herkömmlichen Ölheizungen Wärmepumpen eingesetzt, könnte der Ausstoß klimaschädlicher Kohlendioxid-Emissionen um bis zu 80 Prozent gesenkt werden, erläuterte er. Zudem sänken die Betriebs- und Heizkosten um bis zu 50 Prozent.

Nach Angaben Schnappaufs sind die geologischen Bedingungen zur oberflächennahen Nutzung der Erdwärme fast überall im Freistaat gegeben. Er versprach, noch in diesem Jahr eine entsprechende Übersichtskarte herauszugeben und bei Bauherren und Planern für die Vorzüge der Erdwärme werben zu wollen.

Um die Erdwärme nutzen zu können, ist ein unterirdisches Rohrsystem notwendig. Dieses ist im Fall der Geothermie-Anlage in Reichertshausen insgesamt neun Kilometer lang. Wird Wasser durch die Rohre gepumpt, wird es durch die natürliche Wärme der Erde erhitzt. Die so gewonnene Energie kann dann mit Hilfe einer Wärmepumpe zum Beheizen oder Kühlen von Gebäuden verwendet werden.

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