Zwischenbilanz

Schlichtungsstelle kann 90 Prozent der Fälle klären

Streitigkeiten zwischen Strom- oder Gaskunden und Energieversorgern kann die Schlichtungsstelle Energie in den meisten Fällen lösen; langwierige und teure Gerichtsverfahren können damit vermieden werden - so wirbt der Ombudsmann für seine Arbeit. Allerdings sind die Versorger nicht verpflichtet, sich an den Schlichterspruch zu halten.

Tarifrechner© goodluz / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - In rund 90 Prozent der bisher erfolgten Schlichtungsverfahren habe die Schlichtungsstelle eine Einigung zwischen Verbraucher und Versorger erzielen können, erklärte deren Geschäftsführer Thomas Kunde am Donnerstag in Berlin. Damit hätten in der "weit überwiegenden Zahl der Fälle" langwierige und kostenintensive Gerichtsverfahren vermieden werden können.

Zunächst muss der Anbieter kontaktiert werden

Private Stromkunden können sich an die Schlichtungsstelle wenden, wenn es beim Wechsel des Erdgas- oder Stromversorgers Ärger gibt, Probleme mit der Höhe von Bonus- und Abschlagszahlungen oder bei der Ermittlung der verbrauchten Energiemenge. Voraussetzung ist, dass sie sich mit ihrem Anliegen zunächst direkt an das jeweilige Versorgungsunternehmen gewandt haben.

Anbieter müssen Schlichterspruch nicht annehmen

Wird die Schlichtungsstelle angerufen, sind die Unternehmen verpflichtet, an der Schlichtung teilzunehmen, sie sind aber nicht verpflichtet, den Schlichterspruch auch anzunehmen. Von einigen Anbietern ist bekannt, dass sie die Empfehlungen des Ombudsmannes abgelehnt haben. Das Schlichtungsverfahren ist für die Verbraucher in der Regel kostenlos.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromkosten

    Höhere Netzkosten verteuern den Strom

    Die Netznutzungsentgelte werden in vielen Städten steigen. Das wird sich auf den Stromrechnungen für das kommende Jahr niederschlagen. Allerdings sind die Strompreise an der Börse gefallen, wodurch Preissenkungen von Seiten der Stromversorger möglich sind.

  • Statistik

    Schlichtungsstelle Energie will "schwarze Schafe" nennen

    Die Schlichtungsstelle will künftig die Netzagentur in kurzen Abständen darüber informieren, wie viele Fälle zur Schlichtung vorliegen - und auch, welche Anbieter dahinterstecken. Nun werden also endlich Ross und Reiter genannt, so dass Stromkunden noch mehr Sicherheit und Transparenz gewinnen.

  • Hochspannungsmasten

    E.on-Chef fordert Strom-Zuschüsse für Geringverdiener

    In Anbetracht der stetig steigenden Preise für Strom hat sich der Chef des Energieriesen E.on für Zuschüsse an Stromkunden eingesetzt. Diese sollen jedoch nur an Geringverdiener gehen. E.on weist überdies Vorwürfe zurück, die Unternehmen hätten die Strompreise in den vergangenen Jahren über Gebühr angehoben.

  • Strompreise

    Stromversorger sollen billigere Emissionsrechte weitergeben

    Die günstiger gewordenen Emissionsrechte sollten auch Vorteile für die Stromkunden haben. Eine Weitergabe der besseren Konditionen forderte sowohl Umweltminister Gabriel als auch der Vorsitzende des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft.

  • Stromnetz Ausbau

    Energieversorger wollen Netze offenbar gemeinsam betreiben

    Die vier Eigentümer der deutschen Stromübertragungsnetze erwägen laut Presseinformationen den gemeinsamen Betrieb ihrer Netze. Dadurch könnten die Kosten für den Netzbetrieb jährlich um dreistellige Millionenbeträge sinken.

Top