Kohlekraftwerk Hürth

Schleswig-Holstein kritisiert von RWE geplanten CO2-Import

RWE-Konzern stößt einem Medienbericht zufolge mit Überlegungen, Kohlendioxid aus einem nordrhein-westfälischem Braunkohlekraftwerk in unterirdischen Hohlräumen in Schleswig-Holstein zu entsorgen, in Kiel auf Ablehnung. Wie "Spiegel Online" berichtet, kritisierte Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) die Ankündigung.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Die Ankündigung von RWE-Chef Jürgen Großmann sei "nicht abgestimmt und gegen getroffene Vereinbarungen" gewesen, sagte Marnette.

Großmann hatte das Projekt am Freitag in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verkündet. Die klimaschädlichen Abgase eines Braunkohlekraftwerks, das 2014 in Hürth bei Köln in Betrieb gehen soll, sollen dem Bericht zufolge demnach über eine Pipeline transportiert und im schleswig-holsteinischen Untergrund versenkt werden. Ein Raumordnungsverfahren für die Trasse nach Schleswig-Holstein solle "möglichst noch in diesem Jahr" eingeleitet werden.

Dem Kieler Wirtschaftsministerium zufolge gibt es zwar eine Kooperation mit der RWE-Tochter Dea, unterirdische CO2-Speicher in Schleswig-Holstein zu erkunden. Doch es seien noch nicht einmal die Genehmigungen für eine Eignungsprüfung erteilt worden. Zudem seien schleswig-holsteinische Speicher primär für CO2 aus eigenen Kraftwerken reserviert.

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