Schleswag baut Marktposition im Norden erfolgreich aus

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
"Das 70. Geschäftsjahr der Schleswag Aktiengesellschaft war mit einem erzielten Überschuss von 57 Millionen Mark sehr erfolgreich", erläuterte der Vorstand des Unternehmens auf der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz. "Der vor zwei Jahren am 29. April 1998 begonnene Wettbewerb im Strommarkt hat unser Handeln noch viel stärker als im vorangegangenen Geschäftsjahr beeinflusst", so der Vorstand. Er zog das überaus positive Fazit, "den Preiskampf um Kunden und Marktanteile mit seiner für alle Teilnehmer überraschenden Heftigkeit hat die Schleswag überaus erfolgreich bestanden." Die Schleswag habe ihre Marktposition auf allen Energiesegmenten konsequent gefestigt und weiter ausgebaut. Dies zeige sich in einem deutlichen Absatzplus (+ 100 Millionen Kilowattstunden), das insbesondere durch den Zugewinn von Kunden im gewerblichen und industriellen Bereich erarbeitet worden sei.


Gegenüber 1998 seien die Umsatzerlöse auf 1.786 Millionen Mark gesunken. Dieses sei in erster Linie auf die marktorientierte Preisstruktur vor dem Hintergrund des Wettbewerbs zurückzuführen, so der Vorstand. Es sei aber auch der insbesondere für den Energieeinkauf deutlich zurückgegangene Materialaufwand. Wesentliche Effekte brächten hier die verringerten Strombezugskosten, die in Verhandlungen mit dem Hauptvorlieferanten im Strombereich, der PreussenElektra, zur weiteren Stärkung der Wettbewerbsposition erreicht worden seien. Daneben wirke aber auch die gesetzlich geregelte Übernahme eines erheblichen Teils der Windstrommehrbelastungen durch den vorgelagerten Netzbetreiber PreussenElektra entlastend für die Schleswag. Da einige weitere Aufwandspositionen ebenfalls gestrafft werden konnten, ergebe sich insgesamt ein gegenüber dem Vorjahr um 10 Millionen Mark höherer Jahresüberschuss.


Zum Jahresende waren nach Angaben des Vorstandes 145 junge Menschen in kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen in einem Ausbildungsvertrag bei der Schleswag. Im abgelaufenen Berichtsjahr seien 36 Schulabgänger in ein Ausbildungsverhältnis übernommen worden. Insgesamt habe die Mitarbeiterzahl zum 31.Dezember 1999 1.672 betragen. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft sei auf 37,2 Jahre gesunken.


"Der Wettbewerb hat allenthalben auch infolge von Überkapazitäten zu erheblichen Preisreduzierungen geführt", doch damit sei es nach Einschätzung des Schleswag-Vorstandes jetzt vorbei. "Die Talsohle der Strompreise ist erreicht. Weitere nennenswerte Preissenkungen wird es wohl nicht geben". Im Gegenteil - man könne in der Branche bereits beobachten, dass vereinzelt Preise unter bestimmten Produktbedingungen wieder angehoben würden. Die Gründe hierfür seien klar ersichtlich: Die sogenannten freivagabundierenden Strommengen seien verteilt in Gesamteuropa aufgenommen, Überkapazitäten seien aufgrund des Kostendrucks abgebaut worden und sei das Preispendel durch die freien Marktkräfte zu einem neuen Gleichgewicht gelangt. Und schließlich seien die bereits vollzogenen und weiter geplanten Stufen der Ökosteuer in ihren verteuernden Effekten nicht zu vergessen.

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