Neue Impulse

Schiedsstelle Netznutzungspreise nimmt die Arbeit auf / Unter neuen Anbietern umstritten (aktualis.)

Für mehr Transparenz und Fairness bei der Berechnung der Netznutzungspreise will ab sofort die neue "Schiedsstelle Netznutzungspreise" sorgen. Das Gremium, das aus unabhängigen Fachleuten zusammengesetzt ist, kann jederzeit bei Streitfällen angerufen werden. Auf diese Weise soll ein fairer Wettbewerb auf dem Strommarkt auch bei der Netznutzung sichergestellt werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Wettbewerb im deutschen Strommarkt kommt nur schleppend in Gang. Den Grund dafür sehen viele Akteure in den freiwilligen Regeln zur Nutzung der Stromnetze und zur Preiskalkulation. Sie sind das Ergebnis von Verhandlungen zwischen den Verbänden der Stromwirtschaft und der Industrie. "Einige Netzbetreiber haben vergleichsweise hohe Preise für die Netznutzung. Das behindert neue Anbieter, Kunden zu gewinnen und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu liefern", fasst Dr. Hermann Meier, früher Topmanager in der Strombranche und heute Initiator der Schiedsstelle Netznutzungspreise, die aktuelle Situation zusammen.

Jetzt haben sich sieben unabhängige Energie-Fachleute aus Industrie und Stromwirtschaft zur "Schiedsstelle Netznutzungspreise" zusammengeschlossen. Sie wollen in einem detailliert festgelegten Verfahren eine für alle Beteiligten transparente, neutrale und sachkundige Kontrolle der Kalkulation der Netznutzungspreise anbieten. "Ich erwarte, dass durch unsere Aktivitäten mehr Fairness im Stromwettbewerb eintritt", erläutert Initiator Meier.

Unter den neuen Anbietern ist die Schiedsstelle allerdings umstritten. Wie Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer des Bundesverbands Neuer Energieanbieter, dem strom magazin telefonisch mitteilte, hätten die neuen Anbieter das Verfahren nicht gebilligt. Eine ausführliche Stellungnahme will der Verband in den kommenden Tagen vorlegen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromkosten

    Höhere Netzkosten verteuern den Strom

    Die Netznutzungsentgelte werden in vielen Städten steigen. Das wird sich auf den Stromrechnungen für das kommende Jahr niederschlagen. Allerdings sind die Strompreise an der Börse gefallen, wodurch Preissenkungen von Seiten der Stromversorger möglich sind.

  • Stromnetz

    Kabinett beschließt Vorrang für Erdkabel – Stromkosten steigen

    Erdkabel erhalten beim Bau der geplanten Stromautobahnen den Vorrang, so ein Beschluss des Bundeskabinetts. Der Kompromiss im Trassenstreit wird allerdings teuer: Experten gehen von drei bis acht Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten aus. Die Ausgaben finden Verbraucher auf künftigen Stromrechnungen wieder.

  • Hochspannungsleitung

    bne: Mehr Transparenz durch gesellschaftsrechtliches Unbundling von Stromunternehmen

    Die EU will die Binnenmarktsrichtlinie Strom novellieren und fordert die Stromunternehmen auf, ihre Geschäftsbereiche gesellschaftsrechtlich zu trennen (unbundling). Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) befürwortet diese Initiative, fordert aber, dass diese Vorschriften schon für Unternehmen ab 10 000 Kunden gelten.

  • Hochspannungsmasten

    Studie: Unternehmen zum Stromversorgerwechsel bereit

    Der britische Marktforscher Datamonitor hat in den vergangenen sechs Wochen 401 deutsche Unternehmen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Stromversorger und ihrer Wechselbereitschaft befragt. Zehn Prozent gaben an, den Stromvertrag mit ihrem bisherigen Hauptversorger nicht verlängern zu wollen. 25 Prozent sehen in einem Wechsel derzeit keinen Sinn.

  • Strompreise

    Mainova: Ja zum Wettbewerb, Nein zum "Rosinenpicken"

    Der Frankfurter Stromversorger Mainova weigert sich, der Konkurrenz aus dem angrenzenden Offenbach einen Anschluss an sein Mittelspannungsnetz zu ermöglichen, aus dem die EVO dann über ihren eigenen Transformator Endkunden in einem größeren Gebäudekomplex versorgen will. Ein Gericht hatte die Auffassung besteht, und trotzdem gibt es Streit.

Top