Konservative Sichtblenden

Scheer: Kernenergie gehört ins Technikmuseum

Die technologisch-wirtschaftliche Optimierung erneuerbarer Energien ist leichter zu realisieren als die der Atomtechnik, schreibt Hermann Scheer (SPD), Mitglied des Bundestages und Träger des Alternativen Nobelpreises, in der heute erschienenen aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit".

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Hermann Scheer (SPD), Mitglied des Bundestages und Träger des Alternativen Nobelpreises, setzt sich in der "ZEIT" für die Förderung der Erforschung erneuerbarer Energien ein: "Es ist hohe Zeit, die strukturkonservativen Sichtblenden und den kleinmütigen Technikpessimismus gegenüber erneuerbaren Energien zu überwinden. Sie müssen in Politik, Wissenschaft und Technik endlich genauso ambitioniert erforscht und gefördert werden wie einst die Atomenergie."

Die technologisch-wirtschaftliche Optimierung erneuerbarer Energien ist leichter zu realisieren als die der Atomtechnik, schreibt Scheer, "ein unwägbares Risiko gibt es nicht. Die Zukunft des atomar-fossilen Energiezeitalters liegt - besser früher als später - im Technikmuseum."

Szenarien einer Vollversorgungsmöglichkeit durch erneuerbare Energien mit bereits verfügbaren Techniken sind mehrfach errechnet worden, so Hermann Scheer, zuletzt 2002 für Deutschland im Auftrag der Enquetekommission des Bundestages. Keine der Studien "ist je qualifiziert widerlegt worden, aber alle werden vom konventionellen Expertenbetrieb ignoriert". Das jährliche Energieangebot erneuerbarer Energien ist 15.000-mal so hoch wie der Jahresverbrauch atomarer und fossiler Energien.

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