Export

Schäuble plädiert für Atomexporte nach Indien

CDU und FDP sind offensichtlich unterschiedlicher Ansicht, was den Export von Kernkraftwerken nach Indien angeht. Während Unions-Außenpolitiker Schäuble vorschlug, darüber nachzudenken, warnte FDP-Außenpolitiker Wolfgang Gerhardt davor, mit einem derartigen Export die Iraner zu stärken.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Unions-Außenpolitiker Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich für den Export von Kernkraftwerken nach Indien ausgesprochen. In Bezug auf den Export der Hanauer Brennelementefabrik werde eine schwarz-gelbe Regierung "sicher nicht die gleichen ideologischen Bedenken wie Rot-Grün" haben, sagte Schäuble der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe).

Vorbild ist die US-Regierung, die amerikanischen Konzernen den Export nach Indien erlauben will, obwohl das Land 1998 gegen den Willen der Staatengemeinschaft Atomwaffen getestet hatte, und dem Atomwaffensperrvertrag nie beigetreten ist. "Ich bin dafür, dass die Europäer über ähnliche Wege nachdenken", sagte der CDU-Politiker.

Der FDP-Außenpolitiker Wolfgang Gerhardt widersprach in beiden Punkten. Ein Export von Atomtechnik nach Indien "macht die Iraner stärker", warnte Gerhardt mit Bezug auf die Anstrengungen, den Iran zum Verzicht auf die Urananreicherung zu bewegen. "Die Iraner können sagen, bei Indien findet ihr euch ja auch mit einer Atommacht ab. Warum akzeptiert hier ihr eine Entwicklung nicht?", sagte er der Zeitung.

Zurückhaltend äußerte sich Gerhardt auch zum Export der Hanauer Brennelementefabrik nach China: "Die Anlage muss sich dem internationalen Inspektionsregime unterwerfen. Sonst geht es nicht. Sie kann nicht an eine Atommacht gehen."

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