Zwischenfall

Schaden an Notstrom-Aggregat im AKW Brunsbüttel

Beim Testlauf eines Notstromdiesels im derzeit still stehenden Atomkraftwerk Brunsbüttel hat es einen Motorschaden gegeben, berichtete der Betreiber Vattenfall. Das Ereignis habe im Rahmen einer "Normalmeldung" gelegen; die zuständige Behörde sei informiert worden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brunsbüttel (ddp/red) - Das Gerät war nach der Wartung im Herstellerwerk überprüft und noch nicht wieder in die Betriebsbereitschaft des Kraftwerks übernommen worden, wie Betreiber Vattenfall Europe am Donnerstag mitteilte. Daher habe der Defekt keine Auswirkung auf den Anlagenbetrieb. Das Dieselaggregat soll zur Untersuchung in das Herstellerwerk zurückgebracht werden.

Das für Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerium wurde nach Vattenfall-Angaben bereits über das meldepflichtige Ereignis der Kategorie "N" (Normalmeldung) informiert.

Das AKW Brunsbüttel war nach einem Kurzschluss vor gut zwei Jahren abgeschaltet worden. Der Austausch von Dübeln und die Arbeiten an Armaturen und einer Stahlbühnen-Verstärkung dauern in Brunsbüttel weiter an. Laut Vattenfall wird der Reaktor aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht wieder ans Netz gehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromtarife

    Im AKW Brunsbüttel wurden korrodierende Fässer entdeckt (Upd.)

    Vattenfall hat Fehler im Umgang mit Atommüllfässern im AKW Brunsbüttel eingeräumt, nachdem korrodierende Stahlblechfässer entdeckt worden waren. Bereits im Dezember waren offenbar durchgerostete Fässer, die schwach und mittelstark radioaktiven Atommüll enthielten, gefunden worden. Vattenfall verschwieg den Vorfall jedoch.

  • Hochspannungsmasten

    Atomkraftwerke werden vom Netz genommen - der aktuelle Stand

    Die Bundesregierung will alle 17 deutschen Atomkraftwerke in den nächsten drei Monaten einem eingehenden Sicherheitscheck unterziehen. Die sieben ältesten und der derzeit ohnehin stillgelegte Pannenreaktor Krümmel sollen in dieser Zeit vom Netz gehen. So sieht der aktuelle Stand bei der Abschaltung aus.

  • Stromnetz Ausbau

    Greenpeace will Genehmigung für AKW Krümmel kippen

    Die Umweltschützer von Greenpeace wollen am heutigen Dienstag bei der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht den Widerruf der Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Krümmel beantragen.

  • Hochspannungsleitung

    Union hält an Atomkraft als Wahlkampfthema fest

    Die Union will auch nach dem Störfall in Krümmel mit der Forderung nach längeren Laufzeiten für sichere Atomkraftwerke in den Wahlkampf ziehen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und Hessens Regierungschef Roland Koch (beide CDU) griffen am Wochenende allerdings den Betreiber Vattenfall scharf an.

  • Energieversorung

    Minister droht mit Abschaltung von AKW Krümmel

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Carstensen setzt den Vattenfall nach der neuerlichen Krümmel-Panne unter Druck. "Das ist der letzte Versuch, den er hat", sagte Carstensen nach einem Gespräch mit Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka. Anderenfalls wolle er sich persönlich um eine Abschaltung der Anlage kümmern.

Top