Streiks

Sarkozy macht wegen Versorgungsengpässen Druck auf Total

Nach ersten Engpässen bei der Benzinversorgung in Frankreich hat sich Staatschef Nicolas Sarkozy in den Arbeitskampf beim Ölkonzern Total eingeschaltet. Am Dienstag wurden am siebten Tag in Folge alle sechs Raffinerien bestreikt. Die Raffinerien versorgen fast 50 Prozent der französischen Tankstellen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Sarkozy habe das Unternehmen aufgefordert, gegenüber den Gewerkschaften künftige Raffinerieschließungen auszuschließen, teilte ein Regierungssprecher am Dienstag mit. Ein Zehntel der Total-Tankstellen meldeten wegen des Streiks bei dem Konzern bereits Engpässe.

Sarkozy wolle Total das Versprechen abnehmen, in den kommenden Jahren keine weiteren Einschnitte bei den Raffinerie-Kapazitäten in Frankreich vorzunehmen, sagte Regierungssprecher Luc Chatel. Sarkozy hatte zuvor Total-Chef Christophe de Margerie in den Elyséepalast zu einem Gespräch einbestellt.

Bei Total wurden am Dienstag am siebten Tag in Folge alle sechs Raffinerien in Frankreich bestreikt. Grund ist die geplante Schließung der Total-Raffinerie Flandern bei Dünkirchen in Nordfrankreich. Die Gewerkschaften fürchten, dass dies nur der Auftakt für weitere Einschnitte im Raffineriegeschäft ist, nachdem der Benzinverbrauch in Frankreich in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen ist.

Laut dem Unternehmen meldeten bis Dienstagmittag 249 seiner 2600 Tankstellen Engpässe bei mindestens einer Benzinsorte. Am Montag waren es erst rund 130 gewesen. Die Total-Raffinerien versorgen über die Hälfte der französischen Tankstellen mit Benzin.

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