Statusbericht

Sander mahnt bei Atommülllager Asse zur Eile

Bei der Sicherung des vom Einsturz bedrohten Atommülllagers Asse mahnt Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) zur Eile. Viele der im sogenannten Statusbericht festgelegten Maßnahmen hätten "höchste Priorität" und müssten möglichst sofort umgesetzt werden, sagte er in einer Landtagsdebatte laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover/Wolfenbüttel (ddp-nrd/sm) - Eine für Menschen und Umwelt sichere Schließung der Asse sei "eine immense fachliche Herausforderung, die zudem unter Zeitdruck bewältigt werden muss".

Gleichwohl sehe er Anzeichen dafür, dass die Standsicherheit des Bergwerks Asse mit gezielten Stützmaßnahmen verbessert werden könne, sagte Sander. Er bezog sich dabei auf ein neues Gutachten der Bochumer Consulting-Firma CDM, das Möglichkeiten zur Stabilisierung der Asse sieht. Das Grubengebäude würde demnach nicht bereits wie bisher angenommen ab 2014, sondern erst bis zu 15 Jahre später einstürzen. Dazu müssten die unterirdischen Kammern und Gänge unter anderem durch Pfeiler stabilisiert werden.

Ein Zeitgewinn eröffnet Sander zufolge die Möglichkeit, alle Optionen der Schließung gründlich zu prüfen. Am Ende könnte das unter den gegebenen Umständen sicherste Konzept ausgewählt und mit Unterstützung der Politik verwirklicht werden. Als mögliche Varianten sind eine Verfüllung des Bergwerks mit Flüssigkeiten oder Feststoffen, aber auch die Rückholung der eingelagerten Abfälle oder eines Teils davon im Gespräch.

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