Neuste Entdeckungen

Salzwasserstraße in der Ostsee durchkreuzt Offshore-Pläne

Ostseeforscher haben an einer eigentlich für den Bau eines Offshore-Windparks vorgesehenen Stelle eine Salzwasserstraße entdeckt, die das Arkonabecken mit salzhaltigem Bodenwasser aus dem Öresund versorgt. Ob die Fundamente der geplanten Windanlagen dem Fluss im Weg stehen könnten, wird jetzt untersucht.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Warnemünde (ddp-nrd/sm) - Auf dem Grund der westlichen Ostsee ist eine Salzwasserstraße entdeckt worden. Einmal im Monat wird das Arkonabecken mit salzhaltigem Bodenwasser aus dem Öresund versorgt. Der Zustrom erfolgt nach Beobachtungen und Berechnungen Warnemünder Ostseeforscher direkt durch ein Gebiet, das für große Offshore-Windparks vorgesehen ist. Fundamente dieser Anlagen könnten dem Fluss im Weg stehen, wie das Institut für Ostseeforschung mitteilte.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Zustrom des salzhaltigen Wassers entlang der dänischen Inseln Seeland und Möen erfolgte. Vom Öresund nimmt der Strom aber frühzeitig seinen Weg Richtung Osten zwischen der Küste Schwedens und der Untiefe "Kriegers Flak". Dieser Zufluss ist für die tiefen Becken der zentralen Ostsee von Bedeutung, da das "schwere" salz- und sauerstoffreiche Wasser für eine Durchmischung in den Tiefen des Binnenmeeres sorgt. Gerade dort herrscht durch absinkendes organisches Material permanenter Sauerstoffmangel.

Wissenschaftler befürchten nun, dass die Windenergieanlagen an ihrem Fuß das heranfließende Salzwasser durchmischen und so auf dem Weg in das Arkonabecken behindern. Genauere Daten sollen auf einer Expedition dreier Schiffe Mitte November gesammelt werden. Gemeinsam mit dem Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck" werden ein Schiff der Bundesmarine und eines der polnischen Akademie der Wissenschaften in dem Gebiet unterwegs sein. Die Forscher hoffen auf stürmisches Wetter, das die Chance für einen kräftigen Salzwassereinstrom erhöht. Standortempfehlungen für die geplanten Windparks haben die Wissenschaftler erst für 2007 angekündigt.

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