Sammelklage

Sächsische Verbraucherzentrale will gegen Gasversorger klagen

Wer sich jetzt einer von der Verbraucherzentrale Sachsen vorbereiteten Sammelklage gegen zwei sächsische Gasversorger anschließt, hat gute Chancen auf sinkende Gaspreise. Gleichzeitig werden Kunden zu Privatklagen ermutigt. Die Verbraucherschützer fühlen sich von vergangenen Urteilen bestärkt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Auf die sächsischen Gasversorger rollt möglicherweise eine Klagewelle wegen der stark gestiegenen Preise zu. Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) prüft derzeit eine Sammelklage gegen zwei große Gasversorger. Um welche es sich handelt, teilte die VZS nicht mit.

Es könnten aber noch weitere hinzukommen, sagte VZS-Juristin Bettina Dittrich am Dienstag in Leipzig auf ddp-Anfrage. Bisher seien bei den Verbraucherschützern rund 500 Schreiben von verärgerten Gaskunden eingegangen, die sich gegebenenfalls an einer Klage beteiligen wollten. Auch würden Kunden zu Privatklagen ermutigt.

Die VZS argumentiert, dass die Preiserhöhungen der Gasversorger der vergangenen zwölf Monate um bis zu 16 Prozent betriebswirtschaftlich nicht begründet waren. Bestätigt fühlen sich die Verbraucherschützer auch dadurch, dass die sächsische Landeskartellbehörde eigene Prüfungen zu den Preiserhöhungen angestrengt habe. Juristin Dittrich erklärt zudem, dass Referenzurteile der Vergangenheit die Rechtsauffassung der VZS stärkten. Einige Privatverbraucher hätten vor Gericht bereits erfolgreich gegen die Gasversorger geklagt.

Das Bundeskartellamt hatte Ende vergangenen Jahres bereits fünf große Energieunternehmen wegen missbräuchlich überhöhter Gaspreise ins Visier genommen, darunter auch die sachsen-anhaltische Mitgas. Der Leipziger Großversorger Verbundnetz Gas AG (VNG) hatte im Mai mit 3,3 Milliarden seinen größten Umsatz in der Firmengeschichte veröffentlicht. Wegen anstehender Investitionen seien aber keine Preissenkungen zu erwarten, hatte das Unternehmen damals angekündigt.

Die Gasversorger begründeten bisher die Preiserhöhungen unter anderem mit den hohen Steuern sowie den stark gestiegenen Ölpreisen.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Gasvergleich

    Mehrere Energiefirmen kündigen Senkung der Gaspreise an

    Die Gaspreise sollen gleich bei mehreren Stadtwerken noch vor Beginn der Heizperiode fallen. Ankündigungen gab es beispielsweise von den Stadtwerken in Kiel und Wiesbaden.

  • Heizkörper

    Analyse: Deutlich niedrigere Heizkosten für Öl-Heizer

    Die Heizkosten dürften für Nutzer einer Ölheizung für die vergangenen Heizperiode besonders niedrig ausfallen. Hintergrund sind die anhaltend niedrigen Ölpreise. Aber auch für Gas-Heizer gibt es positive Nachrichten.

  • Energieversorung

    Verbraucherschützer wollen Klagen gegen Gaspreise unterstützen

    Wer sich gegen die Erhöhung der Gaspreise zur Wehr setzten will, bekommt Unterstützung von der Verbraucherzentrale Sachsen (VZS). Interessierte Bürger könnten ihren Gasliefervertrag und alle Unterlagen zur Erhöhung an die Institution schicken, die anschließend die Unterstützung bei einem Rechtsstreit überprüft.

  • Strom sparen

    Kurth fordert Geduld: "Systemwechsel braucht Zeit"

    Zum 1. August wird die Bundesnetzagentur ihre Arbeit aufnehmen und dann als erstes die Netznutzungsentgelte der deutschen Energieversorger überprüfen. Dennoch wird es wohl in diesem Jahr keine Preissenkungen mehr geben, sagte der Agenturchef Matthias Kurth. Erste Entscheidungen seien für Mai 2006 zu erwarten.

  • Hochspannungsleitung

    Eigentümer rufen zu Widerspruch gegen neue Gas-Preisrunde auf

    Zum 1. Juli und zum 1. August haben viele deutsche Gasversorger, darunter E.ON, Stadtwerke München, Stadtwerke Dresden und die Frankfurter Mainova, neuerliche Gaspreiserhöhungen angekündigt. Nach den Verbraucherschützern und dem Mieterbund rufen jetzt auch die Wohnungseigentümer zum Widerspruch auf.

Top