Kontrolle

Sächsische Gaspreise erneut auf dem Prüfstand

Die sächsische Kartellbehörde im Landeswirtschaftsministerium prüft nun erneut die Erdgaspreise aller 40 Gasunternehmen des Bundeslandes. Die Behörde will laut Wirtschaftsminister Thomas Jurk prüfen, ob die Erhöhung der Vorlieferanten korrekt oder mit Aufschlag weitergegeben wird.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Die sächsische Kartellbehörde prüft bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Erdgaspreise bei allen 40 Gasversorgern des Landes. "Nach der Frühjahrsrunde hat sich bei vielen Unternehmen das Preiskarussell schon wieder gedreht. Wir wollen wissen, ob diese erneuten Preiserhöhungen wirklich berechtigt sind", erklärte Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Sonntag in Dresden.

Durch die langfristigen Lieferverträge und die vertraglich geregelte Bindung des Gases an den Erdölpreis seien den Gasversorgern als letzte in der Lieferkette harte Bandagen angelegt. Wenn der Vorlieferant die Preise erhöhe, bleibe in den meisten Fällen nur eine Preiserhöhung übrig. "Wir prüfen, ob dabei alles korrekt läuft oder ob noch draufgesattelt wird", betonte Jurk.

Die Unternehmen wurden den Angaben zufolge aufgefordert, ihre Preise zum Stichtag 1. August in sechs ausgewählten Abnahmemengen der Landeskartellbehörde mitzuteilen. Diese Angaben würden nach dem so genannten Vergleichsmarktprinzip ausgewertet. Bei Verdacht auf missbräuchliche Preisgestaltung leite die Kartellbehörde weitere Untersuchungen ein.

Bei der vorangegangenen kartellrechtlichen Überprüfung waren laut Ministerium drei Unternehmen in den Verdacht geraten, missbräuchlich ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Nach tiefer gehenden Überprüfungen und Gesprächen der Landeskartellbehörde hätten sich die Unternehmen verpflichtet, auf weitere Preiserhöhungen bis in den Herbst hinein zu verzichten.

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