Wegen Prozessrisiko

Sachsens Verbraucherschützer: Höhere Strompreise unter Vorbehalt zahlen

Die Verbraucherzentrale Sachsen rät Verbrauchern, auf Nummer sicher zu gehen und erhöhte Strom- und Gaspreise unter Vorbehalt zu bezahlen. Wer der Zahlung der Erhöhung verweigere, gehe ein derzeit noch unkalkulierbares Prozessrisiko ein. Ein Musterbrief wurde dennoch ins Internet gestellt.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (red) - Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt von Strom- und Gaspreiserhöhungen betroffenen Verbrauchern, die geforderten Beträge unter Vorbehalt zu zahlen.

Wer mit den Preiserhöhungen nicht einverstanden ist, könne grundsätzlich zwischen zwei Varianten wählen: Entweder die Preiserhöhungen nur unter Vorbehalt zahlen oder aber den geltend gemachten Erhöhungsbetrag nicht oder nur teilweise begleichen. Wird unter Vorbehalt gezahlt, bestehe die Möglichkeit, später auf Rückzahlung zu klagen, wenn beispielsweise durch Musterklagen festgestellt wird, dass die Strompreiserhöhungen zu Unrecht erhoben wurden.

Wer sich entschließt, die Preiserhöhung nicht zu zahlen, müsse die Reaktion des Anbieters abwarten. Bislang seien den Verbraucherzentralen zwar noch keine Fälle bekannt, in denen Versorgungsunternehmen auf gerichtlichem Wege die ausstehenden Beträge eingeklagt haben. Sollte es jedoch dazu kommen, bestehe für die betroffenen Verbraucher ein zur Zeit noch nicht kalkulierbares Prozessrisiko.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Onlineshopping

    Gekaufte digitale Inhalte müssen zugänglich bleiben

    Der Zugang zu gekauften digitalen Inhalten muss verfügbar bleiben, auch wenn einem Kunden das Kundenkonto gesperrt wird. Ein Gericht entschied jetzt im Sinne der Kunden. Verbraucherschützer hatten gegen eine Klausel in den AGB von Amazon geklagt.

  • Finanzen

    Preiserhöhung: BHG nimmt Energierechnungen erneut ins Visier

    Die Preiserhöhungen bei den Strom- und Gasrechnung sind erneut Thema vor dem BGH. Dürfen Energiefirmen einfach die Preise beliebig nach oben schrauben? Mittlerweile liegt aber auch zusätzlich eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vor.

  • Hochspannungsmasten

    Weitere Strompreiserhöhungen: Drewag und Stadtwerke Bochum

    Der "fröhliche" Reigen der Bekanntgabe von Strompreiserhöhungen wird fortgeführt: Auch die Stadtwerke Bochum und die Dresdner Drewag werden ihre Energie zum 1. Januar verteuern. In Bochum steigt der Kilowattstundenpreis um 0,78 Cent, in Dresden um 1,28 Cent.

  • Strompreise

    Zeitung: Auch Sachsen-Anhalter wehren sich gegen höhere Gaspreise

    Mehr als 1000 Mal sind die Musterbriefe der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zur Verweigerung der Gaspreiserhöhung seit Donnerstag letzter Woche aus dem Internet heruntergeladen worden. Dennoch bräuchten die Verbraucher "gute Nerven", sagte Verbraucherschützerin Emmrich der Mitteldeutschen Zeitung.

  • Stromtarife

    Verweigerte Preiserhöhung: Kann der Versorger das Gas abdrehen?

    Zu Beginn kommenden Jahres werden sich überall in Deutschland die Energiepreise erhöhen, so viel steht fest. Verbraucherverbände raten zu Verweigerung aufgrund von Unbilligkeit - in ersten Reaktionen drohen Versorger mit Gassperrung. Darf der Versorger den Hahn in diesem Fall abdrehen? Wir haben Tipps vom Experten.

Top