Ambitionierte Ziele

Sachsen will bei Strom Anteil erneuerbarer Energien verdoppeln

Sachsen will 2020 mindestens 24 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugen, beschloss das sächsische Kabinett in dieser Woche. Der Kohlendioxidausstoß soll gleichzeitig um 13,4 Millionen Tonnen sinken.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp/sm) - Der Bruttostromverbrauch Sachsens soll bis 2020 mindestens zu 24 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dieses Ziel beschloss jetzt das sächsische Kabinett. Dazu solle die Zahl der Windkraftanlagen verringert, ihre Gesamtstromproduktion zugleich aber erhöht werden. Derzeit betrage der Anteil erneuerbarer Energien etwa zwölf Prozent.

Der Kohlendioxidausstoß soll den Angaben zufolge bis 2020 im Vergleich zu 2006 um 13,4 Millionen Tonnen verringert werden. Dazu müssten Gebäude besser gedämmt, Pkw-Motoren effizienter gemacht und mehr Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Umweltminister Frank Kupfer (CDU) sprach von ambitionierten und zugleich realisierbaren Zielen.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Johannes Lichdi, nannte die Zielsetzung bei erneuerbaren Energien enttäuschend. Im Nachbarland Brandenburg stammten schon heute 40 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Zugleich verwies Lichdi darauf, dass die CO2-Emissionen aus der Braunkohleverstromung von knapp 33 Millionen Tonnen 2006 wegen der Inbetriebnahme des neuen Blocks im Kraftwerk Boxberg im Jahr 2011 auf knapp 38 Millionen Euro steigen würden.

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