Um 20 Prozent

Sachsen: Grüne befürchten Verfehlung der Klimaschutzziele

Die Grünen in Sachsen befürchten, dass der Freistaat die angestrebten Klimaschutzziele nicht erreichen wird. Vorgenommen habe sich das Bundesland, die Kohlendioxidemissionen jährlich auf 44 Millionen zu senken. Im Jahr 2003 seien aber 52 Millionen Tonnen in die Luft geblasen worden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Nach Ansicht der Landtagsfraktion der Grünen wird Sachsen die Klimaschutzziele in diesem Jahr um mehr als 20 Prozent verfehlen. Der Freistaat habe sich 2001 vorgenommen, die Kohlendioxid-Emission aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Braunkohle auf 44 Millionen Tonnen jährlich zu begrenzen, sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Johannes Lichdi, am Montag in Dresden. Wie eine "Kleine Anfrage" ergeben habe, verursachte Sachsen 2003 aber 52 Millionen Tonnen.

Der Umweltexperte erwartet daher für die Jahre 2004 und 2005 kein Sinken der Emission. Obwohl Deutschland anstrebe, den Kohlendioxidausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 und bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren, lasse die Staatsregierung die Emission "ungebremst weiter wuchern", kritisierte Lichdi.

Die höhere Emission wird den Angaben zufolge in erster Linie von sächsischen Braunkohlekraftwerken verursacht. So emittierten die sächsischen Großfeuerungsanlagen 2003 mit 32 Millionen Tonnen fünf Tonnen mehr als geplant. Zugleich warnte Lichdi davor, ein neues Braunkohlekraftwerk in Boxberg zu errichten.

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