Wohl 2012

Sachsen bestätigt neue Castortransporte

In Deutschland soll es bald wieder Transporte mit Castorbehältern geben, die mit radioaktiven Material aus Sachsen gefüllt sind. Insgesamt 951 Brennstäbe aus dem früheren Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden, die sich seit Frühjahr 2005 im Zwischenlager Ahaus (NRW) befinden, sollen nach Russland verschickt werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp/red) - Entsprechende Pläne bestätigte der Sprecher des sächsischen Wissenschaftsministeriums, Karltheodor Huttner, der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Samstagsausgabe).

Demnach will der Freistaat noch in diesem Jahr einen Vertrag mit seinen russischen Partnern über die endgültige Rückführung des ursprünglich aus der früheren Sowjetunion stammenden Nuklearmaterials abschließen. Sollte das gelingen, müssen die Transporte anschließend noch durch einen offiziellen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Russland sanktioniert werden.

Die insgesamt 18 Castoren sollen voraussichtlich im kommenden Jahr in drei Einzeltransporten per LKW und Schiff zu einer russischen Wiederaufbereitungsanlage gebracht werden. Ein erster Leertransport zu Testzwecken wurde nach Angaben des Sprechers bereits erfolgreich absolviert.

Auf Sachsen kommen dem Blatt zufolge Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich zu. Fünf Millionen Euro zur Anschaffung von Stabilisatoren für die Castorbehälter habe das Kabinett inzwischen genehmigt.

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