Unverständnis

Saarland: Minister kritisiert Studie zu Öko-Energie

Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) hat Unverständnis über eine Studie zur Ökoenergie geäußert. Er sei "überrascht", dass das Saarland in einem Ranking der Agentur für Erneuerbare Energien mit Hessen und Berlin als Schlusslicht eingestuft wurde, sagte der Minister in Saarbrücken.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps) – Mörsdorf verwies darauf, dass dieselbe Studie zeige, dass das Saarland überall dort, wo es um "messbare und harte Fakten" gehe, im vorderen Mittelfeld oder in der Spitzengruppe liege. So nehme das Saarland bei der Zunahme von Photovoltaik-Strom von 2001 bis 2006 den dritten Platz ein, bei der Zunahme von Windstrom den sechsten Platz, bei der Nutzung von Wasserkraft bezogen auf das technische Potenzial lande das Land auf Platz drei. Ebenfalls Platz drei erreiche das Land bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben und Platz fünf bei den Förderprogrammen für erneuerbare Energien.

Die schlechte Einstufung habe sich offenbar daraus ergeben, dass neben den harten Faktoren auch Einschätzungen und Verbändebefragungen in die Studie eingeflossen seien, betonte Mörsdorf. Allerdings sei derzeit "nicht transparent", welche und wie viele Verbände dazu befragt wurden.

Opposition: Studie zeigt Versagen der Regierung

Die SPD wertete die Studie dagegen als Beleg für das "komplette Versagen" des Umweltministers. Für Fraktionsvize Ulrich Commercon belegt die Studie, dass die Landesregierung "kein innovatives Projekt auf die Beine gestellt" habe. Auch der FDP-Umweltexperte Karl-Josef Jochem sieht in der Studie einen Beleg für den "nach wie vor großen Handlungsbedarf" im Saarland.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) verwies auf eine kürzlich von Umweltverbänden im Saarland vorgestellte Untersuchung, wonach bis zum Jahr 2030 eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien möglich sei.

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