Studie

Saarland bis 2030 komplett mit Ökostrom versorgen

Bis zum Jahr 2030 könnte das Saarland einer Studie zufolge seinen Strom vollständig aus erneuerbaren Energien beziehen. Es gebe ausreichende Flächen und zuverlässige Techniken, um eine rein regenerative Stromversorgung zu erreichen, sagte Matthias Willenbacher, Autor der Studie.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Die Studie wurde gemeinsam von den Umweltbänden BUND, Nabu und der "Energiewende Saarland" in Saarbrücken vorgestellt. Den größten Anteil am regenerativen Energiemix sollten demnach die Windkraft mit 37 Prozent, Solarenergie mit 34 Prozent sowie Bioenergie mit 20 Prozent übernehmen. Die übrigen neun Prozent sollten aus Grubengas, Geothermie und Wasserkraft gewonnen werden.

Die Umstellung auf eine "umweltschonende Zukunft" würde nach Berechnung des Autors Investitionen in Höhe von 332 Millionen Euro pro Jahr, also insgesamt 7,3 Milliarden Euro, erfordern. Deutsche Energieversorger erzielten vergleichbare Gewinne innerhalb nur eines Jahres, sagte Willenbacher, der selbst einer der Gründer des rheinland-pfälzischen Solar- und Windkraftunternehmens JuWi ist.

Willenbacher verwies darauf, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien auch bis zu 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk und im Dienstleistungsbereich nach sich ziehen würde.

Die Umweltverbände betrachten das Konzept als "Diskussionsgrundlage für die Zukunftsentwicklung des Saarlandes". Die aus dem Konzept abgeleiteten Schritte dürften jedoch "kein Freibrief" für Einzelprojekte sein. Die Umweltverträglichkeit für regenerative Energieproduktionsstandorte müsse weiterhin gewährleistet sein.

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