5 Cent in 2013?

RWI rechnet mit weiter steigender Ökostrom-Umlage

Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien treibt die Stromrechnung eines Musterhaushalts mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden nächstes Jahr um 56 Euro nach oben. Das geht aus Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hervor.

Grüner Strom© babimu / Fotolia.com

Berlin/Heidelberg (dapd/red) - Darüber berichtet die "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). Nach den Recherchen der Forscher summiert sich die Erhöhung der Ökostrom-Umlage von 3,6 auf voraussichtlich 5 Cent je Kilowattstunde in den kommenden 20 Jahren auf 1.120 Euro pro Haushalt. Beim Verbraucherportal Verivox hält man hingegen solch konkrete Voraussagen für schwierig.

Voraussage der Strompreise ist schwierig

Ein Beispiel hierfür sei die Entwicklung der EEG-Umlage im Jahr 2011. Während viele Experten von deutlichen Steigerungen ausgegangen waren, erhöhte sich der Beitrag der Verbraucher zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr nur minimal um 0,06 Cent pro Kilowattstunde. Als Grund dafür wird der politische Wille vermutet, die Verbraucher im Jahr des Atommoratoriums nicht zu stark zu belasten. Ähnliche Manöver seien auch in Zukunft nicht unwahrscheinlich, meint man bei Verivox.

Umlage für Ökostrom bis mindestens 2032

Manuel Frondel, RWI-Energie-Experte, nennt trotzdem konkrete Zahlen gegenüber der Zeitung: "Wir zahlen die Ökostrom-Umlage noch mindestens 20 Jahre, also bis 2032." Ein durchschnittlicher Haushalt habe durch die Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz Mehrkosten von 1.120 Euro. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wird die Erzeugung von Strom aus alternativen Quellen wie Sonne, Wind oder Biomasse staatlich gefördert. Die Kosten zahlen die Verbraucher über einen Aufschlag auf die Stromrechnung.

Stromanbieter wechseln, raten Verbraucherschützer

Sowohl Politiker als auch Verbraucherschützer raten seit Jahren dazu, einen Strompreisvergleich zu unternehmen und im Falle eines besseren Angebots den Anbieter zu wechseln. Inzwischen sind sogar viele Ökostromtarife günstiger als manch herkömmliche Versorger.

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