Leistungssteigerung

RWE will offenbar AKW Gundremmingen frisieren

Eine vom Energiekonzern RWE beantragte Leistungssteigerung beim schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen ist von der SPD im bayerischen Landtag als unverantwortlich bezeichnet worden. Das Frisieren technischer Anlagen gehe fast immer zu Lasten der Sicherheit, warnte der SPD-Energieexperte Ludwig Wörner am Sonntag in München.

RWE© RWE AG

München (dapd/red) - Das sei bei einem Kernkraftwerk nicht akzeptabel, so Wörner. Er sei auch deswegen beunruhigt, weil das AKW Gundremmingen in der Vergangenheit wegen defekter Brennelemente mehrfach negativ aufgefallen sei. Wörner befürchtet angesichts des beschlossenen Atomausstiegs, "dass hier auf Kosten der Sicherheit noch einmal der große Reibach gemacht werden soll".

Kerntechnischer Teil sei nicht betroffen

An die schwarz-gelbe Landesregierung appellierte er, den Antrag von RWE in jedem Fall abzulehnen. Eine Sprecherin des Umweltministeriums entgegnete, dass der kerntechnische Teil der Anlage von der beantragten Modifikation gar nicht betroffen sei. "Die Sicherheit ist oberstes Gebot", betonte sie.

Plan stammt ursprünglich aus 2001

RWE hatte laut SPD bereits 2001 einen entsprechenden Antrag zur Leistungssteigerung des Kernkraftwerks Gundremmingen gestellt. Der Energiekonzern hält an diesen Plänen weiterhin fest.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atomenergie

    Medien: Kommission schlägt Atom-Entsorgungs-Pakt vor

    Bis 2022 soll auch der letzte Atommeiler ausgeschaltet werden. Wo die verstrahlten Überreste der Anlagen verbleiben sollen und wer für die Entsorgung aufkommen soll, steht hingegen noch nicht fest. Ein neuer Vorschlag der Atom-Kommission sieht einen Finanzpakt zwischen den Konzernen und dem Staat vor.

  • Atomenergie Gefahr

    Stresstest: Nicht genug Atom-Rückstellungen für den "Worst Case"

    Der Stresstest zu den Rückstellungen der Atomkonzerne sorgt für Unstimmigkeiten in der Politik. Während Sigmar Gabriel die Ergebnisse dahin gehend interpretiert, dass die Gelder der Konzerne ausreichen werden, warnt die Opposition davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. Der Test zeigt auch, dass die Rückstellungen bei ungünstigen Umständen bei weitem nicht ausreichen würden.

  • Hochspannungsleitung

    Baustopp für Atomkraftwerk wird positiv aufgenommen

    In den Niederlanden wurde der Bau eines geplanten Atomkraftwerks gestoppt. Aus deutscher Sicht wurde die Entscheidung begrüßt. Für Kritik sorgt dagegen weiterhin das Atomprogramm Polens. Man erhofft sich nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Europa einen generellen Atomausstieg, etwa nach dem Vorbild Italiens.

  • Stromtarife

    Versorger erhalten Millionensummen aus der Atomsteuer zurück

    Die finanziell belasteten Energiekonzerne E.on und RWE haben offenbar hohe Summen aus der Brennelementesteuer zurückbekommen. Aus dem Umfeld von E.on hieß es, 96 Millionen Euro seien auf das Konto des Konzerns eingegangen. Doch ein Ende des Disputs ist damit noch nicht in Sicht.

  • Stromnetz Ausbau

    Stiftung soll Atomkonzernen Rückbaukosten abnehmen

    Angeblich gibt es streng vertrauliche Pläne für eine staatliche Stiftung, die den Atomkonzernen einen Teil der Kosten für den Rückbau der Kraftwerke abnehmen soll. Im Gegenzug würden die Kraftwerksbetreiber ihre Gewinne abliefern, die Differenz soll der Staat zahlen. Atomkraftgegner sind mit den Plänen nicht einverstanden.

Top