Vorbehalte gegen Übernahme

RWE weist Bericht über Kundenschwund bei Essent zurück

Dem niederländischen Energieversorger Essent laufen die Kunden angeblich davon. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, liegt dies an der geplanten 9,3 Milliarden Euro schweren Übernahme durch RWE. Dieser weist die Spekulationen zurück.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/München (ddp/sm) - "Der Bericht entbehrt jeder Grundlage", sagte eine RWE-Sprecherin am Sonntag in Essen. Die Kundenzahlen bei der niederländischen Tochter seien "stabil".

Als Hintergründe für den angeblichen Kundenschwund nannte der "Focus" vielfältige Vorbehalte gegen RWE im Nachbarland. Dazu gehören neben der generellen Abneigung gegen einen Käufer aus Deutschland die schlechte Klimabilanz des RWE-Kraftwerkparks sowie die angeblich zu geringe Anzahl von weiblichen Führungskräften beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern.

Im Januar hatten sich RWE und Essent auf die Bedingungen für ein verbindliches Barangebot geeinigt, das den 136 Essent-Gesellschaftern unterbreitet werden soll. Der Offerte lag vor Abzug der Nettoverschuldung von Essent ein Unternehmenswert von rund 9,3 Milliarden Euro zugrunde. Die Strom- und Gasverteilnetze sowie das Entsorgungsgeschäft sollen nicht an RWE übergehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromnetz Ausbau

    RWE-Chef Großmann kämpft für Atommeiler

    Angela Merkel wird auf ihrer Energiereise am Donnerstag im emsländische Lingen auf einen ihrer größten Widersacher im Streit um die geplante Brennelementesteuer treffen: RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann. Er gilt als einer der Initiatoren der Anzeigenkampagne, in der rund 40 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik in der vergangenen Woche für den Atomstrom plädiert hatten.

  • Hochspannungsmasten

    RWE verzeichnet weiter Rekordergebnisse

    Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE zeigt sich von der Wirtschaftskrise weiter unbeeindruckt und peilt für dieses Jahr ein neues Rekordergebnis an. RWE wibt erneut für eine Laufzeitverlängerung der Atommeiler und ist nach eigenen Angaben bereit, einen Teil der Mehrerlöse abzugeben.

  • Energieversorung

    RWE und E.ON beteiligen sich an Energieunternehmen in Luxemburg

    Unter Beteiligung von RWE und E.ON wurde in Luxemburg ein neuer Energiekonzer gegründet. Der neue Konzern entstand aus einer Fusion der luxemburgischen Versorger Cegedel und Soteg sowie der deutschen Saar Ferngas AG, ein Tochterunternehmen von E.ON.

  • Energieversorung

    RWE übernimmt größten niederländischen Versorger Essent (Upd.)

    RWE wird den niederländischen Versorger Essent übernehmen. Beide Seiten hätten sich am Montag auf die Bedingungen für ein verbindliches Barangebot geeinigt, das den 136 Essent-Gesellschaftern unterbreitet werde, teilte RWE am Montag in Essen mit.

Top