Grünes Licht

RWE-Vorstand billigt Bau eines Braunkohlenkraftwerk

Der Vorstand und Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE haben am Freitag den Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerkes im rheinländischen Grevenbroich-Neurath gebilligt. Für das neue Kraftwerk, dessen Bau im Januar beginnen und das 2009 ans Netz gehen soll, seien Investitionen von 2,2 Milliarden Euro nötig.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Berlin (ddp-nrw/sm) - Die größte Kraftwerks-Investition des RWE-Konzerns ist beschlossene Sache. Vorstand und Aufsichtsrat des Energiekonzerns gaben am Freitag grünes Licht für den Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerkes im rheinländischen Grevenbroich-Neurath.

Mit dem Bau des auf 2,2 Milliarden Euro veranschlagten Projekts soll im Januar begonnen werden. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) lobte das Engagement des Stromkonzerns, der ein "klares Bekenntnis zum Energiestandort Deutschland" sei.

Insgesamt summieren sich nach Angaben von Clement damit die Investitionen der Energiewirtschaft in den Kraftwerksbau bis 2020 auf 20 Milliarden Euro. "Mit der Entscheidung von RWE ist der erste Schritt getan", sagte der Minister. Er fügte hinzu, nur durch die Vorleistung der alten SPD-geführten Landesregierung sowie das neue Energiewirtschaftsgesetz der rot-grünen Bundesregierung.

Nach Angaben einer Konzern-Sprecherin hat der Vorstand im Grundsatz eine Entscheidung für den Bau und Betrieb des neuen Kraftwerks getroffen. Der Aufsichtsrat des Konzerns habe diesen Beschluss "zustimmend zur Kenntnis genommen". Das neue Kraftwerk soll 2009 ans Netz gehen.

RWE hatte bereits im Juni von der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb der Anlage mit 2100 Megawatt erhalten. Dabei geht es um ein Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Technik, das einen höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kraftwerke hat. RWE geht davon aus, durch die neuen Blöcke in Neurath die Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zu bestehenden Anlagen mit gleicher Leistung um rund 30 Prozent reduzieren zu können.

Insgesamt will RWE in den kommenden 15 Jahren rund zwölf Milliarden Euro in seine deutschen Kraftwerke investieren. Neurath gilt dabei als das größte Projekt. Umweltschutzorganisationen hatten auf Grund der ihrer Ansicht nach weiter zu hohen Kohlendioxid-Emissionen in den vergangenen Monaten wiederholt gegen den Neubau eines Braunkohlekraftwerks protestiert.

Von André Spangenberg

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