Flexible Strombeschaffung

RWE versteigerte virtuelles Kraftwerk

Der Stromkonzern RWE verteigerte zu Beginn dieser Woche an Stadtwerke, Energiehändler und Industrieunternehmen die Kapazität von 200 Megawatt eines virtuellen Kraftwerks und veranstaltete damit die erste Auktion dieser Art in Deutschland. Im längerfristigen Bereich war die Nachfrage allerdings nur zögerlich.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Zu Beginn dieser Woche versteigerte RWE Power als erster deutscher Stromerzeuger ein virtuelles Steinkohlenkraftwerk im Rahmen einer Internet-Auktion. Insgesamt wurde eine Erzeugungskapazität von 300 Megawatt gesicherter Leistung angeboten. Diese konnte in Blöcken mit einer Mindestleistung von zehn Megawatt ersteigert werden. Beteiligt haben sich Stadtwerke, Industriekunden, EVU sowie Energiehändler aus dem In- und Ausland.

RWE wollte seinen Kunden so ein in Deutschland neues Instrument zur flexiblen Strombeschaffung anbieten. Die Kunden erwerben das Recht, Strom über einen bestimmten Zeitraum jederzeit abzurufen, ganz so, als besäßen sie selbst ein Steinkohlenkraftwerk. RWE stellt die Lieferung allerdings zu jeder Zeit sicher.

Dr. Andreas Radmacher, Vorstandsmitglied bei der RWE Energy: "Mit der Versteigerung wollten wir vor allem Erfahrungen sammeln, inwieweit ein solches Produkt bei unseren Kunden auf Akzeptanz stößt. Die nun gesammelten Erkenntnisse helfen uns, unsere Angebote den Bedürfnissen unserer Kunden entsprechend weiterzuentwickeln." RWE registrierte eigenen Angaben zufolge im längerfristigen Bereich ein sehr konservatives Bieterverhalten, die Menge fand unter den geltenden Versteigerungsregeln keinen erfolgreichen Bieter.

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