Fokus aufs Kerngeschäft

RWE verkauft Wassergeschäft in Großbritannien und USA

Jetzt ist es amtlich: RWE verkauft seine Wassertöchter Thames Water (Großbritannien) und American Water Works (USA) spätestens 2007. Der größte deutsche Energiekonzern will sich künftig auf die zusammenwachsenden Strom- und Gasmärkte in Europa konzentrieren und dem Aktienkurs neuen Schwung geben.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Der Energiekonzern RWE will seine Töchter Thames Water in Großbritannien und American Water Works Company in den USA 2007 verkaufen. Wie der Konzern am Freitag in Essen mitteilte, wird zunächst für die amerikanische Wassersparte ein möglicher Börsengang sowie die Veräußerung an eine Gruppe langfristig orientierter Finanzinvestoren geprüft. Anschließend soll der Verkauf der britischen Wassersparte gestartet werden.

RWE will sich damit den Angaben zufolge künftig auf die zusammenwachsenden Strom- und Gasmärkte in Europa konzentrieren. Darüber hinaus seien die geringen Synergien zwischen dem nordamerikanischen sowie britischen Wassergeschäft und dem europäischen Energiegeschäft ein weiterer Grund für die Entscheidung. Das kontinentaleuropäische Wassergeschäft von Thames Water werde dagegen wegen der Synergien vollständig in die Energiesparte integriert. Die RWE-Aktionäre sollen von den Verkäufen durch eine Erhöhung die Ausschüttungsquote profitieren.

Bereits vor der Bekanntgabe war in den Medien über eine mögliche Abgabe der Wassersparte spekuliert worden. Am Montag hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass sowohl Vertreter der Eigentümer als auch der Arbeitnehmer ihre Zustimmung zu den Plänen des Vorstandsvorsitzenden Harry Roels signalisiert hätten.

Die Ausgliederung von Thames und American Water solle nicht nur frisches Geld in die Konzernkasse spülen, sondern insbesondere dem RWE-Aktienkurs neue Impulse verleihen, hieß es am Montag in der "Berliner Zeitung". RWE hatte American Water Works erst Ende 2002 für 4,6 Milliarden US-Dollar (4,4 Milliarden Euro) übernommen. Die britische Thames Water war im November 2000 für umgerechnet 14 Milliarden Mark gekauft worden.

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