Zuversicht fürs Gesamtjahr

RWE verbessert Nettoergebnis

Der Essener Energiekonzern RWE wird beim betrieblichen Konzernergebnis in diesem Jahr voraussichtlich im einstelligen Prozentbereich zulegen. Das ergab der heute veröffentlichte Bericht nach dem dritten Quartal. Das Nettoergebnis wird wohl über dem um Firmenwert-Abschreibungen bereinigten Vorjahreswert liegen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Nach drei erfolgreichen Quartalen ist der Essener Energiekonzern RWE vom Erfolg des Gesamtjahres überzeugt. Da der größte deutsche Stromversorger beim betrieblichen Konzernergebnis voraussichtlich im einstelligen Prozentbereich zulegen wird, seien die wesentlichen Ziele zur Steigerung der Performance erreicht worden. Das wichtigste Ereignis des dritten Quartals sei der eingeleitete Verkauf des Unternehmensbereichs Umweltdienstleistungen gewesen, damit sei die Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie und Wasser abgeschlossen, teilte das Unternehmen heute mit. Die Nettoverschuldung wurde erheblich reduziert.

Betriebliches Konzernergebnis verbessert

Das EBITDA lag mit 6.213 Millionen Euro trotz Entkonsolidierungen etwa auf Vorjahresniveau. Ohne Entkonsolidierungen und Währungseinflüsse legte es um sechs Prozent zu. Das betriebliche Konzernergebnis wurde um 13 Prozent auf 4.464 Millionen Euro gesteigert. Hauptfaktoren dafür waren laut Geschäftsbericht operative Verbesserungen im Energiegeschäft sowie ein erhöhtes Beteiligungsergebnis. Bereinigt um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte ergibt sich ein Anstieg um 15 Prozent.

Nettoergebnis steigt um zehn Prozent

Das Nettoergebnis des RWE-Konzerns beläuft sich in den ersten drei Quartalen auf 1.611 Millionen Euro. Verglichen mit dem um Firmenwert-Abschreibungen bereinigten Vorjahreswert stieg es somit um zehn Prozent. Das entsprechende Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 2,59 Euro auf 2,86 Euro. Verantwortlich dafür seien neben den operativen Ertragszuwächsen auch die Verbesserungen beim neutralen Ergebnis sowie beim Finanzergebnis gewesen. Zwei Sonderbelastungen hätten allerdings gegenläufig gewirkt: So wurden bei RWE Umwelt im Vorfeld des Verkaufs Abschreibungen auf den Firmenwert vorgenommen. Dieser Effekt war jedoch bereits zu einem größeren Teil durch Vorsorgen aus Vorperioden abgedeckt. Außerdem sind für zukünftige Portfoliobereinigungen Vorsorgen getroffen worden.

Umsatz rückläufig

Im Berichtszeitraum erwirtschaftete der RWE-Konzern einen Außenumsatz von 29,9 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zurückzuführen sei dies vorrangig auf die Entkonsolidierungen von CONSOL und Heidelberger Druckmaschinen.

Das im Februar 2000 gestartete Kostensenkungsprogramm mit Schwerpunkt im deutschen Stromgeschäft soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Insgesamt soll das jährliche Kostenniveau um 2.555 Millionen Euro bis 2004 reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten 2004 insgesamt 250 Millionen Euro eingespart werden, wovon in den ersten drei Quartalen bereits 180 Millionen Euro erreicht wurden.

Ein zweites Programm umfasst umfangreiche Einsparungen im Rahmen der Reorganisation des Konzerns, um das jährliche Kostenniveau zusätzlich um 500 Millionen Euro bis 2006 abzusenken. Im Fokus stehen Verbesserungen bei Sach- und Personalkosten im deutschen Energiegeschäft, Einsparungen im IT-Bereich sowie Effizienzsteigerungen im Wassergeschäft. Mit dem dritten Programm sollen Synergien aus den zurückliegenden Großakquisitionen erschlossen werden.

Ausblick

RWE rechnet beim betrieblichen Konzernergebnis mit einem Anstieg im einstelligen Prozentbereich, wobei beim EBITDA vor allem aufgrund der Entkonsolidierung von CONSOL ein leichter Rückgang erwartet wird. Das Nettoergebnis wird wohl über dem um Firmenwert-Abschreibungen bereinigten Vorjahreswert liegen. Der Konzernumsatz wird den Vorjahreswert von 43,9 Milliarden Euro damit nicht vollständig erreichen, es wird mit einem Rückgang in der Größenordnung von fünf Prozent gerechnet.

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