Vor Gericht

RWE und Greenpeace streiten über Klimawandel

Eigentlich geht "nur" um Schadenersatz für den Ausfall eines Braunkohlebaggers in der RWE-Tagebaugrube Hambach. Jetzt aber will die Umweltschutzorganisation auch die Verantwortung des Energieversorgers für die dramatischen Folgen der Klimaerwärmung gerichtlich klären lassen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Aachen (red) - Der Rechtsstreit zwischen dem Energieversorger RWE und der Umweltschutzorganisation Greenpeace spitzt sich zu. Ursprünglich ging es vor dem Landgericht Aachen allein um den von RWE geforderten Schadenersatz durch den Ausfall eines Braunkohlebaggers im Abbaugebiet Hambach, den etwa 50 Aktivisten im Mai 2004 bei einer Demonstration verursachten. Da sich beide Parteien bisher nicht einigen konnten, sollen nun auch die Verantwortung von RWE für den Klimaschutz und die dramatischen Folgen der Klimaerwärmung zur Sprache kommen.

"Dies könnte der erste Rechtsstreit in Deutschland werden, in dem der Klimawandel und die Verantwortung eines großen Unternehmens für den Klimaschutz vor Gericht verhandelt werden", sagt Michael Günther, der Greenpeace als Anwalt vor Gericht vertritt. Der Protest in der Tagebaugrube sei zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr für das Klima als eine Notstandslage gerechtfertigt gewesen, führte er aus. Der Appell an die Öffentlichkeit auf einem Bagger von RWE sei zudem das mildeste und schonendste Mittel zur Gefahrenabwehr gewesen.

Vor Gericht soll es nun um die Frage gehen, welche Klimaänderungen in Zukunft zu erwarten sind und ob aufgrund der Folgen des Klimawandels bereits heute ein Notstand bejaht werden muss.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromtarife

    Greenpeace: Kritik an Elektro-Mini von BMW und Vattenfall

    BMW hat einen Elektro-Mini vorgestellt, den der Autobauer mit Strom des Energiekonzerns Vattenfall betreiben will. Laut Greenpeace sind die Elektro-Autos jedoch ähnlich klimaschädlich wie herkömmliche Modelle. Bei strombetrieben Fahrzeugen werde der CO2-Ausstoß lediglich "auf die Kraftwerke verlagert".

  • Strom sparen

    Daimler und RWE starten Elektroauto-Projekt in Berlin

    Der Autokonzern Daimler und der größte deutsche Stromerzeuger RWE haben am Freitag in Berlin in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Elektroautoprojekt gestartet. Deutliche Kritik kam von Greenpeace.

  • Strompreise

    Größte Kohlendioxid-Quelle liegt in NRW

    Eine Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace hat ergeben, dass im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln das europaweit meiste Kohlendioxid ausgestoßen wird. Daher lehnt die Umweltschutzorganisation den Bau eines neuen Kraftwerks in Neurath ab.

  • Hochspannungsleitung

    Greenpeace: Stromkonzerne müssen Kosten für Klimawandel übernehmen

    Die Überschwemmungen in Süddeutschland sind laut Greenpeace eine Folge des steigenden Ausstoßes von Kohlendioxid, was wiederum daran liegt, dass die deutschen Stromkonzerne weiterhin auf Kohle setzen. Daher sollten die Kosten für brechende Dämme von ihnen übernommen werden, sagen die Umweltschützer.

  • Stromtarife

    Greenpeace-Aktivisten protestieren auf Schaufelradbagger

    50 Greenpeace-Aktivisten protestieren seit heute morgen in der Tagebaugrube Hambach bei Morschenich. 25 Umweltschützer sind dabei auf einen 96 Meter hohen Schaufelradbagger geklettert und haben ebenda ein Transparent mit der Aufschrift "Coal kills the climate!" befestigt. Ihr Aufruf: Der Kraftwerksbetreiber RWE soll in erneuerbare Energien investieren.

Top