Quartalsberichte

RWE und E.ON verdienten mehr

E.ON und RWE haben im ersten Quartal 2005 mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum und überraschten damit sogar die Analysten. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in den jüngsten Strompreiserhöhungen. Während E.ON im ersten Quartal 1,459 Milliarden Euro verdiente, stieg das Ergebnis von RWE um fünf Prozent.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf/Essen (ddp/sm) - Die beiden größten deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres überraschend mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht zuletzt wegen der jüngsten Strompreiserhöhungen übertraf der Gewinn sogar die Erwartungen von Marktbeobachtern, die in beiden Fällen mit einem Rückgang gerechnet hatten. Zudem bekräftigten die beiden DAX-Unternehmen ihre Prognosen für das Gesamtjahr.

Die Düsseldorfer E.ON AG verdiente den Angaben vom Donnerstag zufolge im ersten Quartal 1,459 Milliarden Euro nach 1,455 Milliarden Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang auf 1,351 Milliarden Euro erwartet. Auch das operative Ergebnis (Ebit) lag bei Deutschlands größtem Energiekonzern mit 2,51 Milliarden Euro nicht nur um sieben Prozent über dem Vorjahreswert, sondern auch über den Expertenschätzungen von 2,46 Milliarden Euro.

"Das erste Quartal 2005 ist für E.ON gut gelaufen", resümierte der E.ON-Chef Wulf Bernotat. Der Anstieg resultiere vor allem aus höherem Absatz sowie gestiegenen Öl-, Gas- und Strompreisen. Der Umsatz habe von 14,6 Milliarden auf 16,4 Milliarden Euro zugenommen.

Die Essener RWE verdiente in den ersten drei Monaten laut Angaben vom selben Tag unterm Strich mit 975 Millionen Euro rund fünf Prozent mehr als im ersten Quartal 2004. Experten waren hier von einem Rückgang auf 868 Millionen ausgegangen. Das Betriebsergebnis reduzierte sich um ein Prozent auf 1,95 Milliarden Euro, entsprach damit allerdings exakt den Analystenerwartungen. RWE, bei der Stromerzeugung die Nummer eins in Deutschland, führte die gute Entwicklung vor allem auf das kontinentaleuropäische Energiegeschäft zurück.

Für den Rückgang beim Betriebsergebnis seien vor allem Beteiligungsverkäufe wie der von Heidelberger Druckmaschinen und RWE Umwelt verantwortlich. Dadurch sank auch der Umsatz um 9,5 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro. Ohne diese Effekte seien das Betriebsergebnis allerdings um sieben Prozent und der Umsatz um acht Prozent gestiegen, hieß es.

Beide Konzerne bekräftigten ihre Prognosen für das Gesamtjahr. E.ON rechnet mit einem gegenüber 2004 nochmals leicht steigenden Betriebsergebnis. Ob der Konzernüberschuss des Vorjahres erreicht werde, hänge von den Gewinnen aus den geplanten Verkäufen der Immobilientochter Viterra sowie der Messtechnik- und Industrieofensparte Ruhrgas Industries ab. Der Umsatz werde rund vier Milliarden Euro unter dem Vorjahrsumsatz von 42 Milliarden Euro liegen.

RWE erwartet beim Betriebs- und beim Nettoergebnis einen Zuwachs im einstelligen Prozentbereich. Belastungen gingen voraussichtlich von höheren Brennstoffkosten, einer Unterausstattung mit Kohlendioxid-Zertifikaten und der einsetzenden Regulierung in Deutschland aus. Positive Entwicklungen gebe es dagegen im kontinentaleuropäischen Energie- und im britischen Wassergeschäft.

Am Aktienmarkt wurden die Zahlen beider DAX-Konzerne insgesamt positiv aufgenommen. E.ON legten am Vormittag um 0,9 Prozent auf 66,70 Euro zu, RWE-Stammaktien gaben leicht um 0,4 Prozent auf 46,47 Euro nach.

Von Ralf Beunink

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