Jahresprognose bestätigt

RWE übertrifft erwartungen: Umsatz und Ergebnis gesteigert

RWE hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres von den hohen Strompreisen profitiert und mehr Geld verdient als erwartet. Das Betriebsergebnis erhöhte sich von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Zudem bekräftigte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Insgesamt seien rund 34,5 Milliarden Euro erwirtschaftet worden. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zugleich legte das Betriebsergebnis um 5 Prozent auf knapp 5,8 Milliarden Euro zu.

Erwartungen übertroffen

Marktbeobachter bewerteten die vorgelegten Zahlen überwiegend als positive Überraschung. RWE profitiere immer noch von den höheren Strompreisen, meinte UniCredit-Analystin Karin Brinkmann. Die Ertragsverbesserung stammte nach RWE-Angaben größtenteils aus der deutschen Stromerzeugung. Hier verbuchte der Essener Versorger höhere Margen sowie einen positiven Effekt aus der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Biblis.

Das Nettoergebnis brach um 22 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro ein. Grund dafür sind Belastungen aus dem Börsengang der Tochter American Water. Bereinigt um Sondereffekte erhöhte sich der sogenannte "nachhaltige" Nettogewinn aber um 20 Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,86 Milliarden Euro gerechnet.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung bestätigte RWE seine Jahresprognose. Betriebsergebnis und operatives Ergebnis (Ebitda) sollen demnach mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Allerdings werde der Gewinn sinken. Hinsichtlich des Umsatzes erhöhte der Versorger seine bisherigen Prognosen um zehn Prozent. Darüber hinaus bekräftigte RWE seine Pläne, die Dividendenzahlung auf 70 bis 80 Prozent des nachhaltigen Nettogewinns zu erhöhen.

Großmann: Wachstumschancen durch Finanzkrise

Von der aktuellen Finanzmarktkrise sieht sich der Konzern derzeit "nur in begrenztem Umfang betroffen". Es gebe eine "solide Finanzierung" mit einem "erheblichen liquiden Mitteln".

Vorstandschef Jürgen Großmann verwies in einem Brief an die Aktionäre auf mögliche Wachstumschancen durch die derzeitige Finanzmarktkrise. Die Preise für Kraftwerkskomponenten, Projekte und Beteiligungen würden sinken. Zudem rückten "wirtschaftliche Aspekte bei Themen wie Klimaschutz und Kernenergie wieder mehr in den Vordergrund", wenn es konjunkturell eng werde.

Insgesamt beschäftigte der Konzern nach eigenen Angaben Ende September weltweit knapp 65.500 Mitarbeiter, rund 60 Prozent davon in Deutschland.

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