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RWE-Studie sieht Profit für Kommunen bei längerer Akw-Laufzeit

Nach einer Studie für den Energiekonzern RWE profitieren Länder und Kommunen entgegen ihrer bisherigen Darstellung langfristig finanziell von längeren Akw-Laufzeiten. Das berichtet die Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf die Untersuchung des Beratungsunternehmens "r2b energy consulting".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - "In den ersten Jahren führen die zusätzlichen Belastungen der Kernkraftwerksbetreiber zu einer Abnahme der Ertragsteuerzahlungen", werden darin zwar Befürchtungen der Länder und Kommunen bestätigt. Ab dem Jahr 2015 drehe sich der Effekt aber um, "so dass durch die Laufzeitverlängerung die Ertragsteuereinnahmen mittel- und langfristig erheblich steigen", heißt es weiter.

Grund sind der Studie zufolge höhere Gewinne der Akw-Betreiber durch Laufzeitverlängerungen, die diese dann auch versteuern müssten. Dieser Effekt schlage mit insgesamt 9,2 Milliarden Euro zu Buche. Dazu kämen die Einnahmen aus der auf sechs Jahre befristeten Brennelementesteuer von rund 14 Milliarden Euro. Von dem Gesamtbetrag von 23,3 Milliarden Euro profitiere der Bund mit 16,6 Milliarden Euro am stärksten. Die Länder würden demnach 2,9 Milliarden Euro erhalten und die Kommunen 3,8 Milliarden Euro.

Die Studie berücksichtigt allerdings nicht von den Kommunen befürchtete Einbußen in Milliardenhöhe, weil sich vorgenommene Investitionen in Kraftwerke ihrer Stadtwerke bei längeren Akw-Laufzeiten wegen eines drohenden Überangebots von Strom nicht mehr rechnen würden. Auch die steuerliche Wirkung möglicher Gewinneinbußen bei Betreibern anderer Energieträger bleibt außen vor.

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