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RWE steigt in spanischen Solarthermie-Kraftwerk ein

RWE und weitere deutsche Versorger beteiligen sich an dem Solarthermiekraftwerk Andasol 3 in Spanien. Bei "Andasol 1 bis 3" handelt es sich um die ersten sogenannten Parabolrinnen-Kraftwerke in Europa. Sie wurden von der Erlanger Solar Millennium mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/red) - Zusammen mit der RheinEnergie und den Stadtwerken München übernimmt RWE über seine Tochter Innogy 74 Prozent an dem im Bau befindlichen Projekt §Andasol 3§ in Spanien, wie RWE am Freitag mitteilte. Das Kraftwerk wurde von der Erlanger Solar Millennium AG entwickelt, die zusammen mit dem Anlagenbauer MAN Ferrostaal die Anteile verkauft. Zu finanziellen Details wurden keine Angaben gemacht. Branchenkreise beziffern das Gesamtvolumen des Kraftwerkbaus auf 400 Millionen Euro.

Drittes Parabolrinnen-Kraftwerk in Spanien

Die drei Kraftwerke verfügen jeweils über 50 Megawatt Leistung und sollen insgesamt rund eine halbe Million Menschen mit Strom beliefern. Das erste Kraftwerk wurde erst am 1. Juli eingeweiht. "Andasol 2" soll noch in diesem Jahr ans Netz gehen. «Andasol 3» ist im Bau, die Inbetriebnahme ist für 2011 geplant.

Die Solarthermie unterscheidet sich von der bisher weiter verbreiteten Photovoltaik. Anstatt das einfallende Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umzuwandeln, werden dabei die Sonnenstrahlen mittels riesiger Spiegel auf ein mit Flüssigkeit gefülltes Rohr gebündelt. Die Flüssigkeit wird dadurch erhitzt und damit in einem angeschlossenen Kraftwerk Wasserdampf erzeugt, der eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Der Vorteil der Technologie wird darin gesehen, dass über den Einsatz von Wärmespeichern Strom auch in Zeiten ohne Sonnenstrahlung erzeugt werden kann.

Zu hohe Erwartungen an Desertec

RWE will sich auch an der Initiative deutscher Unternehmen beteiligen, die die Möglichkeit solarthermischer Stromerzeugung in der nordafrikanischen Wüste prüfen will. Zugleich warnte Vahrenholt vor zu hohen Erwartungen an die milliardenschwere Wüstenstrom-Initiative Desertec, für die am kommenden Montag der Startschuss fallen soll. "Was mir an der ganzen Diskussion nicht gefällt, ist, dass Leute glauben, wir bauen einfach eine Leitung nach Deutschland und haben dann Wüstenstrom."

Dennoch hat Desertec nach Ansicht von Vahrenholt eine Chance. "Ich würde mir wünschen, dass die ersten solarthermischen Kraftwerke in der Sahara ab 2020 ans Netz gehen." Zunächst müsse man aber dafür sorgen, "dass die afrikanischen Staaten sich selbst mit Energie aus Solarthermie versorgen können", sagte Vahrenholt. "Dann können auch wir als europäische Energieversorger dort investieren."

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